Werkstückspanntechnik
6-Seiten-Automation erhöht den Durchsatz bei gleicher Mitarbeiterzahl

Ein Gastbeitrag von Michael Hobohm 6 min Lesedauer

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Ein typischer Lohnfertiger ist Siba nicht gerade. Das zeigt schon die strategische Ausrichtung auf die Zerspanung und die Blechbearbeitung, aber auch die Reichweite technologischer Entscheidungen. Beim Werkstückspannen geht man gerade den Schritt von der automatisierten Palettierung zur 6-Seiten-Bearbeitung.

Auf einer „Hedelius Acura 65“ setzt Siba die automatisierte Bearbeitung mit Paletten um. Gerade wurde jedoch eine Fertigungszelle samt „R-C2“-System von Gressel für die 6-Seiten-Bearbeitung in Betrieb genommen. (Bild:  Gressel)
Auf einer „Hedelius Acura 65“ setzt Siba die automatisierte Bearbeitung mit Paletten um. Gerade wurde jedoch eine Fertigungszelle samt „R-C2“-System von Gressel für die 6-Seiten-Bearbeitung in Betrieb genommen.
(Bild: Gressel)

Steht bei Siba das Fräsen eines neuen Bauteils an, startet fast immer ein gleicher Prozess: „Erst beurteilen wir, ob eine 3- oder 5-Achs-Bearbeitung vorliegt, dann wird das Rohteil ausgelegt und geprüft, schließlich folgt die Wahl des Spannsystems.“ Zentrisch- oder 5-Achs-Spanner? Pyramide oder Turm? Im Weiteren wechselt Benjamin Herbert, Fertigungsleiter Zerspanung, an seinen PC, um die CAD-Daten zu laden, die Zeichnung zu sichten und auf Kollision zu prüfen. Erst kürzlich wurde so ein neues Bauteil für die Kabinenausstattung von Flugzeugen durch die Fertigung geschleust. Ein 5-Achs-Teil aus Aluminium mit Fokus auf den Sichtflächen. Nachdem das Teil programmiert und simuliert war, kam es in zwei Aufspannungen mit zwei unterschiedlichen Spannmitteln auf die Maschine.

Für jedes Teil der passende Spanner

Im Prinzip für jedes der meist faustgroß produzierten Teile steht Siba heute das passende Spannsystem zur Verfügung. „Das beginnt bei 5-Achs-Spannern der ,SC5X‘-Reihe und zieht sich über Maschinenschraubstöcke in der ,gripos‘-Ausführung bis hin zu Zentrischspannern der ,C2.0‘- und der ,C3‘-Serie“, berichtet Klaus Thut, Vertriebstechniker bei Gressel. „Anwendung finden zudem Mehrfachspanner ,M1‘ und ,multigrip‘ sowie diverse Spanntürme.“ Damit stammt nahezu die gesamte Werkstückspanntechnik, die in Dillenburg Einsatz findet, aus dem Schweizer Aadorf. Die Beratung zu neuen Systemen oder Komponenten sowie deren Verkauf übernimmt der Partner Ceratizit in Person von Lukas Faak: „Ist eine weitergehende technische Unterstützung erforderlich, kann diese auch direkt von Gressel kommen. An dem Punkt haben wir uns meist schon detailliert abgestimmt.“