CAM-Software
Bearbeitungsprozesse im Vorfeld optimieren

Von Stefanie Michel 4 min Lesedauer

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Eine höhere Effizienz, mehr Automatisierung, aber bitte keine Kollision: Was man bei der Simulation der 5-Achs-Simultanbearbeitung berücksichtigen muss und wie der digitale Zwilling sowie KI Einfluss auf die CAM-Programmierung und die NC-Simulation nehmen.

Zeit sparen bei der Bearbeitung und gleichzeitig die Werkzeuge schonen: CAM-Software liefert einige Potenziale für die Zerspanung.(Bild:  Autodesk)
Zeit sparen bei der Bearbeitung und gleichzeitig die Werkzeuge schonen: CAM-Software liefert einige Potenziale für die Zerspanung.
(Bild: Autodesk)

Technische Weiterentwicklungen bei Software sollen – wie oft auch bei der Hardware – in erster Linie den Anwender unterstützen und die Prozesse effizienter gestalten. Das ist nicht immer einfach, denn die Prozesse wie auch die Softwareprodukte werden gleichzeitig immer komplexer. Im Falle von Fertigungsmaschinen und CAM-Software bedeutet das dann: sowohl die Weiterentwicklungen der Maschinen berücksichtigen als auch die Bearbeitungszeit optimieren und den Bediener entlasten. Deshalb haben wir mit Michael Binder, Technical Sales Engineer bei Autodesk, gesprochen und nach Lösungen gefragt.

Mehr Effizienz in der komplexen Bearbeitung

Einer der Trends in der Weiterentwicklung von CAM-Software und NC-Simulation ist die Einbindung von 5-Achs-Bearbeitungszentren sowie die Unterstützung von Hybridmaschinen, also Maschinen für additive und subtraktive Bearbeitung. Um die Herausforderungen gerade bei der 5-Achs-Simultanbearbeitung zu bewältigen, ist eine präzise Kollisionsprüfung von entscheidender Bedeutung. „Die Software muss die Kinematik der Maschine genau verstehen und die Bewegungsgrenzen der Achsen berücksichtigen“, erklärt Binder. Die Software muss das Limit der Maschine und der Achsen kennen, um den Werkzeugweg zu berechnen. Gleichzeitig ist es aber wichtig, abrupte Richtungsänderungen in der Bewegung zu vermeiden, weil das negative Auswirkungen auf die Oberflächenqualität hat. Autodesk löst diese Aufgabe durch Punkteumverteilung: Findet auf einem Werkzeugweg eine Richtungsänderung statt, lassen sich Zwischenpunkte eingeben, womit die Maschine weicher fährt. Das muss im Zusammenspiel mit der Steuerung passieren, die schließlich gewisse Toleranzen hat. Eine solche Bearbeitung ist letztendlich werkzeugschonender. Doch für Binder gibt es noch einen größeren Benefit: „Da die Maschine nicht abbremsen und beschleunigen muss, sind die Zykluszeiten erheblich kürzer. Ich habe schon gesehen, wie diese dadurch signifikant verringert werden können.“