Umweltschutzbremse

Datengetriebene Produktion sorgt für emissionsarme Bremsscheibe

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Deutlicher Mehrwert durch Datenerfassung

„Die Maschinenhersteller haben bei der Digitalisierung vorgelegt“, sagt Irina Eisele, Lead IoT Product Development bei der Emag Group aus Salach in Baden-Württemberg. Viele Werkzeugmaschinen werden nämlich bereits ab Werk mit umfangreicher Sensorik und Monitoringsystemen ausgestattet. Eisele hatte auf der jüngsten Schleiftagung in Stuttgart-Fellbach über die digitale Vernetzung entlang der Prozesskette am Beispiel hartstoffbeschichteter Bremsscheiben referiert. Die Spezialistin für IoT (Internet of Things) stellte dabei einen ganzheitlichen Ansatz zur werkstückbezogenen Erfassung und Archivierung von Prozessdaten vor, die aus unterschiedlichen Fertigungsschritten und –technologien stammen. Egal ob Fertigungsparameter (etwa Laserleistung und Pulverförderrate), Sensordaten zu Schichtdicken und Bauteilgeometrie oder Prozessdaten wie Schleifmaschinenverschleiß pro Werkstück: Daten bilden die Grundlage, um Werkzeuge und Prozessparameter gezielt optimieren zu können, macht die Expertin klar.

Die Maschinenhersteller unterstützen die Anwender dabei mit Hard- und Software für Datentransfer und Dokumentation. Und mithilfe eines Industrie-PC werden Maschinensteuerungen und Sensorik über geeignete Schnittstellen mit dem Unternehmensnetzwerk verbunden. Die Software sammelt die Daten, ordnet sie zu und analysiert sie. Werkstückspezifische Daten lassen sich für die Dokumentation aufzeichnen oder visualisieren – etwa um Gut- und Schlechtteile zu vergleichen. Der deutliche Mehrwert für den Anwender heiße Transparenz. Denn der Systemblick erleichtert Qualitätssicherung und Nachverfolgbarkeit, so Eisele. Das sei besonders bei sicherheitskritischen Bauteilen wie der Bremsscheibe, bei der die Bearbeitungshistorie penibel zu dokumentieren sei, ein unschätzbarer Vorteil.

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Unternehmen sollen stärker auf Daten vertrauen

Die immensen Vorteile digitaler Prozessketten inspirieren Maschinenhersteller genauso wie wissenschaftliche Institute, heißt es weiter. Zum Ausdruck komme dies auch auf der EMO Hannover 2025, der Weltleitmesse der Produktionstechnologie, die der VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) vom 22. bis 26. September wieder in der niedersächsischen Landeshauptstadt veranstaltet. Auf einer eigens eingerichteten AI + Digitalization Area (AI = Artificial Intelligence, zu Deutsch künstlichen Intelligenz) werden sich Unternehmen dann mit „Best Practice“-Beispielen präsentieren. Das Spektrum reicht dabei von smarter Produktion, Industrie 4.0 und Machine Learning (ML) bis hin zu IoT und KI-Applikationen. „Wir sollten stärker auf Daten vertrauen“, fordert Eisele mit Blick auf das Event. Denn durch die Digitalisierung sei einfach besser zu verstehen, welche Stellschrauben wie wirken. Anwender könnten so auf Produktveränderungen und neue Marktanforderungen schneller reagieren. Im Fall der hartstoffbeschichteten Bremsscheibe dürfte sich das auch künftig als besonders nützlich erweisen. Und nicht nur bei Emag stehen als nächstes Bremsscheiben für Lkw und Schienenfahrzeuge auf dem Programm. Schließlich möchte auch in Bahnhöfen niemand in Bremspartikelwolken stehen.

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