Auf der Herbsttagung des Verbands der Deutschen Drehteile-Industrie beschrieben viele Unternehmen ihre Lage als stabil, aber angespannt. Statt abzuwarten, kümmern sie sich aktiv um Themen wie Fachkräftemangel, Energiepreise, Digitalisierung und bleifreie Werkstoffe.
Junge Talente sind gefragt: Die Drehteileindustrie investiert in die Fachkräfte von morgen, die aber nicht leicht zu finden sind.
(Bild: Heinrichs & Co. KG)
In diesem Jahr konnte Kathrin Heinrichs, Mitglied im Vorstand des Drehteile-Verbands, etwa 140 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur Herbsttagung begrüßen. „Wir freuen uns sehr auf den Austausch und auf gute Ideen, die besonders in den aktuell herausfordernden Zeiten wichtig sind“, betont Heinrichs.
Bereits am Vortag stand in Munzingen bei Freiburg „Recruiting“ auf der Agenda – ein Thema, das alle Anwesenden umtreibt. Sie bekamen Tipps, wie sich beispielsweise die Einwanderung gezielt nutzen lässt, um offene Stellen zu besetzen. Es ging aber auch um praxisnahe Strategien, um in schwierigen Zeiten regionale Fachkräfte zu gewinnen. Die Messe Stuttgart stellte zudem mit den „Make-to-Order-Days“ (9. und 10. Juni 2026) ein neues Messe-Format vor, das Fachleute der Fertigungsindustrie gezielt miteinander ins Gespräch bringen soll.
Leicht positiver Auftragseingang
Im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung stand zunächst die wirtschaftliche Situation. Als überwiegend konstant bewerten die Drehteilehersteller die aktuelle Lage. Sie melden Umsätze auf Vorjahresniveau und sehen beim Auftragseingang eine leicht positive Tendenz, vor allem mit Blick auf geplante Projekte im nächsten Jahr. Für Unsicherheit sorgen verschobene Aufträge, die Situation der Automobilindustrie und der Preisdruck durch die internationale Konkurrenz.
Nach wie vor ein Problem ist der Fachkräftemangel. Die Unternehmen investieren viel Zeit und Geld in Rekrutierung, Ausbildung und Kooperationen, finden aber kaum ausreichend qualifiziertes Personal. Hinzu kommen strukturelle Herausforderungen, wie steigende Energiekosten und die Umstellung auf bleifreie Werkstoffe. Als strategische Zukunftsthemen nennen die Befragten Digitalisierung und IT-Sicherheit, der Trend gehe eindeutig Richtung komplexere, stärker automatisierte Prozesse und Anlagen.
Eher verhalten blicken die Maschinenhersteller ins kommende Jahr. Zwar seien die Zahlen momentan überwiegend stabil, doch Investitionen blieben zögerlich, vor allem in Deutschland. Einen echten Aufschwung erwarten sie frühestens 2027. Bei den Unternehmen aus der Werkzeugbranche zeigen sich erste Anzeichen einer Erholung, getragen von steigender Nachfrage und neuen Projekten. Auch hier nennen die Mitglieder internationale Wettbewerbsfähigkeit, Energiepreise und Personalengpässe als Auslöser für die durchwachsene Lage.
Insgesamt lässt sich die Stimmung bei den Drehteileherstellern, Maschinenbauern und Werkzeugspezialisten als stabil mit leicht positiven Erwartungen beschreiben.
Die Ergebnisse des Lageberichts und auch das aktuelle Geschäftsklima zeigen einen Aufwärtstrend. Das lässt uns etwas zuversichtlicher in die Zukunft schauen.
Werner Liebmann, Verbandsgeschäftsführer
Zukunftsthemen in der Praxis
Fachlich in die Tiefe gingen die Vorträge, die Trends aufgriffen und viel Anlass für Gespräche boten. Wie KI-basierte Auswertungen Produktionsdaten sinnvoll analysieren und nutzbar machen können, erläuterten die Referenten von Gewatec. Sie demonstrierten den KI-Chatbot des Softwareanbieters. Dieser beantwortet Fragen zur Fertigung, hilft bei der Planung und entlastet die Mitarbeiter.
Welche Vorteile eine flexible Herstellung mit Transfersystemen hat, erklärten die Redner von Mikron. Ein weiterer Fokus: Strategien für die Bearbeitung schwer zerspanbarer Werkstoffe. Dabei standen Prozessoptimierung, Kühltechnologien und innovative Bohrsysteme im Mittelpunkt.
Eine gemeinsame Präsentation von Fanuc und Index zeigte Lösungen, wie sich durch Automatisierung Effizienz und Qualität steigern lassen. Digitale Zwillinge, Roboterzellen und die Integration von Messgeräten sorgen für durchgängige Prozesse mit hohem Bedienkomfort und präziser Kontrolle.
Dass eine komplett mineralölfreie Fertigung von Drehteilen möglich ist, bewiesen die Referenten von Fluid Competence und Maier Präzisionstechnik. Fazit: Mit innovativen technischen Flüssigkeiten lassen sich herkömmliche Schmierstoffe ersetzen, die Betriebskosten senken und die Umweltbilanz verbessern.
Ressourceneffizienz in der Zerspanung und die Potenziale durch die Bearbeitung vorgeformter Teile waren Thema des Beitrags von VHW-Metallpresswerk. Auch daraus entstand eine angeregte Diskussion unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern.
Stand: 08.12.2025
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Neuer Vorstand, wichtige Impulse
Ein weiterer Programmpunkt war die Wahl eines neuen Vorstandsmitglieds: Alle Anwesenden stimmten für Julius Klinke.
Ich freue mich sehr, dass ich meine Ideen für die Branche jetzt auch aktiv im Vorstand des Verbands einbringen kann.
Julius Klinke, Geschäftsführer, Julius Klinke GmbH & Co. KG
Werner Liebmann übernahm nochmal das Wort, er wies auf den nächsten SID-Kongress 2027 und verschiedene Services hin: von der Bereitstellung des CO₂-Berechnungs-Tools Fred über eine Auswahl an Ausbildungsvideos bis zur juristischen Prüfung von Verträgen. „Die große Beteiligung und die positive Resonanz auf unsere Angebote zeigen, dass wir als Verband die richtigen Themen aufgreifen“, resümiert Liebmann. „Dieses Miteinander ist unsere größte Stärke.“