Branche Kurzarbeit wird zur Transformationsbremse im Maschinenbau

Quelle: Pressemitteilung von Falkensteg GmbH 2 min Lesedauer

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Kurzarbeit verhindert im Maschinenbau dringend nötige Restrukturierungen. Berater warnen, dass Unternehmen dadurch im Wartemodus verharren statt sich zu transformieren.

Kurzarbeit entwickelt sich vom Hilfsinstrument zur Bremse für notwendige Strukturreformen im Maschinenbau.(Bild: ©  Miracle - stock.adobe.com)
Kurzarbeit entwickelt sich vom Hilfsinstrument zur Bremse für notwendige Strukturreformen im Maschinenbau.
(Bild: © Miracle - stock.adobe.com)

Rekordzahlen bei der Kurzarbeit: Im Maschinenbau lag die Zahl 2024, laut Bundesagentur für Arbeit um 240 Prozent über dem Vorjahr. Im ersten Quartal 2025 befanden sich monatlich rund 63.000 Beschäftigte in Kurzarbeit. Der Anteil ist damit mehr als zehnmal so hoch wie im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt.

Trotz staatlicher Hilfen sinken die Mitarbeiterzahlen weiter: Laut VDMA sank die Zahl der Beschäftigten von 1,03 Millionen (2023) auf etwa 1,01 Millionen im ersten Halbjahr 2025 – ein Rückgang von knapp zwei Prozent. Besonders drastisch zeigt sich die Entwicklung im Jahresvergleich: Zwischen dem zweiten Quartal 2024 und 2025 gingen nach Angaben des Statistischen Bundesamts 17.400 Arbeitsplätze verloren. Das Kurzarbeitergeld reduziert zwar die Personalkosten und soll das Know-how im Unternehmen halten. Die Unternehmensberatung Falkensteg warnt jedoch, dass die strukturellen Probleme dadurch nur überdeckt, nicht gelöst werden.

Die Bundesregierung hat die Bezugsdauer von Kurzarbeitergeld auf 24 Monate verlängert, bis Ende 2025. Für die Maschinenbauunternehmen bedeutet das mehr Zeit und die Möglichkeit, schwierige Entscheidungen weiter hinauszuzögern. Doch Experten sehen diese Entwicklung kritisch. „Diese scheinbare Stabilität hat ihre Schattenseiten – vor allem dann, wenn eigentlich eine strategische Neuausrichtung erforderlich wäre“, warnt Jochen Wierz, Partner bei der Beratungsgesellschaft Falkensteg.

Solange Beschäftigte in Kurzarbeit sind, können Unternehmen kaum betriebsbedingte Kündigungen aussprechen oder Standorte schließen. Laut Wierz setzt Kurzarbeit rechtlich voraus, dass die Krise nur temporär ist. Gleichzeitig Stellen abzubauen, würde einen Widerspruch bedeuten. Wer dennoch Stellen streiche, riskiere Rückforderungen der staatlichen Hilfen.

Für Restrukturierer bedeutet das laut Falkensteg: Sanierungskonzepte werden verzögert oder fallen ganz weg. Die betriebswirtschaftlichen Folgen sind problematisch. Anstatt überflüssige Strukturen abzubauen, verharren viele Unternehmen in einem Wartezustand. Ineffizienzen verfestigen sich und dringend benötigte Flexibilität in der Umstrukturierung geht verloren.

Kurzarbeit hilft, schwierige Phasen zu überbrücken. Aber wer zu lange im Standby-Modus bleibt, verpasst die Chance zur Transformation.

Jochen Wierz

Der Beratungsexperte Falkensteg warnt, für den Maschinenbau stehe damit weit mehr auf dem Spiel als nur die Bewältigung einer konjunkturellen Delle. Wenn Kurzarbeit vom Rettungsanker zum Bremsklotz werde, drohten höhere Kosten für Staat und Sozialkassen. Gleichzeitig gerate die Zukunftsfähigkeit vieler Unternehmen in Gefahr.

„Langfristige Kurzarbeit ist als Ausnahmeregel für äußere, vorübergehende Schocks konzipiert“, so Wierz. „In einer Dauerkrise richtet sie jedoch mehr Schaden als Nutzen an.“

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