Im Jahr ihres 75-jährigen Bestehens richtet sich die Mapal-Gruppe weiterhin konsequent auf die Zukunft aus. Dr. Jochen Kress gibt einen Einblick ...
Dr. Jochen Kress, Geschäftsführender Direktor der Mapal-Gruppe, am 3. Juli 2025 beim Blick auf das vergangene Geschäftsjahr und auf die Zukunft: „Wir gehen von einem weiteren Rückgang im laufenden Jahr aus, stellen aber gleichzeitig die Weichen für zukünftigen Erfolg!“
(Bild: P. Königsreuther)
Mit Investitionen in neue Technologien, Digitalisierung und in den gezielten Aufbau von bestehenden und neuen Fähigkeiten stärkt Mapal aus Aalen seine Position in wichtigen Schlüsselbranchen, hieß es zur jährlichen Pressekonferenz Anfang Juli in Aalen. Geschwindigkeit in Richtung Markt und Kunde stehen dabei auf der Agenda. Das verdeutlichten etwa die Aktivitäten im sich dynamisch entwickelnden Segment Aerospace. Denn in der im letzten Jahr gegründeten Abteilung Global Organisation for Assembly (GOA) bündelt Mapal seine Kompetenzen im Bereich der Endmontage von Flugzeugen, wie man sich vielleicht erinnert. Das gilt als ein entscheidender Schritt, um weltweit agierende Aerospace-Anwender schneller und gezielter zu bedienen. Auch die Integration des Tochterunternehmens c-Com und die Übernahme der italienischen X-Pro S.r.l., einem Spezialisten für Turnkey-Projekte und Spannvorrichtungen, unterstreichen dabei den Anspruch, technologische Entwicklungen aktiv mitzugestalten.
Auch die Mapal-Gruppe muss dem Gegenwind der Zeit die Stirn bieten
Die zukunftsgerichteten Aktivitäten von Mapal müssen aber auch einem anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfeld trotzen, heißt es weiter. Denn im Geschäftsjahr 2024 verzeichnete die Mapal-Gruppe einen Umsatzrückgang um 6,3 Prozent (auf 551 Millionen Euro). Die Gründe dafür seien die schwache Konjunktur sowie anhaltende Unsicherheiten in wichtigen Absatzmärkten. Der Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr 2025 ist mit Blick auf dieses Szenario leider ebenfalls sehr verhalten. „Nach einem nicht zufriedenstellenden ersten Halbjahr gehen wir derzeit von einem weiteren Umsatzrückgang von bis zu fünf Prozent aus“, prognostiziert Dr. Jochen Kress, Geschäftsführender Direktor der Mapal-Gruppe. Im Zuge dieser Entwicklung wird und wurde auch die Personalstruktur an die veränderten Marktbedingungen angepasst. Freigewordene Stellen etwa wurden nicht mehr besetzt, sodass die Mapal-Gruppe das Geschäftsjahr 2024 mit 4.850 Personen in der Belegschaft abschloss. An den Standorten Aalen, Altenstadt und Pforzheim erfolgt darüber hinaus derzeit ein gezielter Abbau von Kapazitäten. Doch aufgrund des Fokus auf Sozialverträglichkeit konnten betriebsbedingte Kündigungen weitgehend vermieden werden. „Als Familienunternehmen fühlen wir uns unserer Belegschaft in besonderem Maße verbunden“, kommentiert Kress mit Blick auf die Personalveränderungen. „Manche Entscheidung ist uns deshalb sehr schwergefallen, war aber notwendig, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der Mapal Gruppe zu sichern“, erklärt der Mapal-Entscheider.
Das sind die Mittel der Mapal-Gruppe, um die Zukunft zu sichern ...
Gleichzeitig setzt das Unternehmen gleich mehrere Hebel in Bewegung, um die Zukunftsfähigkeit zu sichern. In der Automobilindustrie trage etwa der „Generic Component“-Ansatz Früchte. Das heißt, für strategische Komponenten entwickelt Mapal nun proaktiv und unabhängig von den Kunden Musterbauteile mit den entsprechenden Bearbeitungsprozessen, die dann kurzfristig an die Bedürfnisse der jeweiligen Kunden angepasst werden können, so die Erklärung für diese Philosophie. Umgesetzt wurde dieser Ansatz zum Beispiel schon mit einem Werkzeugmaschinen-Hersteller, wobei es um die Herstellung von Statorgehäusen, einer Kernkomponente in der Elektromobilität, ging. Daneben kümmere sich Mapal kontinuierlich um produktseitige Innovationen und Optimierungen für alle zerspanungstechnisch relevanten Bauteile, um Produktivitätsvorteile für die Kunden bieten zu können. So konnte etwa mit den HNHX-Wendeschneidplatten die etablierte Bearbeitung von Ventilsitzringen für Verbrennungsmotoren einen deutlichen Produktivitätsschub genießen. Und im Bereich Fluidtechnik baut das Unternehmen sein Portfolio aus, um mit „intelligent“ kombinierten Methoden noch stärker auf Kundenanforderungen eingehen zu können. Nicht zu vergessen, der Erfolg von GOA, dessen Umsatz sich innerhalb eines Jahres quasi mehr als verdoppelt hat.
Mapal unterstreicht die Wichtigkeit des Stammsitzes Aalen
Mit einer Investitionssumme von rund vier Millionen Euro wird derzeit übrigens der Standort Aalen modernisiert. Kress nennt das ein klares Bekenntnis zum Stammsitz und zugleich zum Produktionsstandort. Um eine hohe Effizienz, kurze Lieferzeiten und eine optimale Auslastung zu schaffen, krempelt Mapal außerdem die Produktionsstruktur um. Und auch auf struktureller Ebene stelle sich die Unternehmenszentrale neu auf, denn seit Juni firmiert Mapal Aalen bekanntlich als SE & Co. KG, um Risiken zu vermeiden. Gleichzeitig verstärkt René Güntner als neuer CFO das Mapal-„Executive Team“. Damit richtet sich die Gruppe konsequent auf die Anforderungen der Zukunft aus und bleibt dabei ihrem Anspruch treu, Veränderungen aktiv zu gestalten und Kundennähe, Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit miteinander zu verbinden. Dr. Kress bringt es abschließend auf den Punkt: „Wir wollen im Einklang mit den Marktveränderungen und den Kundenbedürfnissen die Zukunft angehen, denn alles ist nix, ohne das passende Zerspanungssystem!“
Stand: 08.12.2025
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