Moulding Expo 2025 Schaufenster für die Werkzeug- und Formenbaubranche

Von Richard Pergler 6 min Lesedauer

Die Moulding Expo wirft ihre Schatten voraus: Vom 6. bis 9. Mai 2025 trifft sich dort die Branche der Werkzeug-, Modell- und Formenbauer, um sich über neueste Entwicklungen zu informieren und ihre Wettbewerbsfähigkeit in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten zu stärken.

Vorzeigeunternehmen, de so auch in Deutschland stehen könnten: Shapers Poland Ltd. und Intemo S.A. gaben tiefe Einblicke in den polnischen Werkzeug- und Formenbau.(Bild:  Landesmesse Stuttgart)
Vorzeigeunternehmen, de so auch in Deutschland stehen könnten: Shapers Poland Ltd. und Intemo S.A. gaben tiefe Einblicke in den polnischen Werkzeug- und Formenbau.
(Bild: Landesmesse Stuttgart)

Zu ihrer Vormesse-Pressetour hatte das Moulding-Expo-Projektteam der Landesmesse Stuttgart ins diesjährige Partnerland der Messe nach Polen eingeladen. Im Fokus der Reise standen diesmal insbesondere Unternehmen im „Bydgoszcz Industrial Cluster Tool Valley“, die einen lebendigen Eindruck vom Partnerland Polen vermittelten.

Internationale Leitmesse

„Die Planungen zur Moulding Expo laufen auf Hochtouren“, erklärte Florian Niethammer, Leiter Messen und Events bei der Messe Stuttgart. „Die Dynamik ist weiterhin groß. Im Mai erwarten wir mehr als 200 Unternehmen aus 16 Ländern, die sich auf der Messe als Aussteller präsentieren. Der internationale Anteil der ausstellenden Unternehmen liegt nach aktuellem Stand bei 36 Prozent.“

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Eine starke Ausstellerbeteiligung kommt diesmal aus dem aktuellen Partnerland der Messe. Mit einem Gemeinschaftsstand wird das polnische „Bydgoszcz Industrial Cluster Tool Valley“ erstmals auf der Moulding Expo vertreten sein und die Leistungsfähigkeit der Branchenunternehmen in unserem östlichen Nachbarland unter Beweis stellen.

Cluster Bydgosczc präsentiert seine Leistungsfähigkeit

„Nachdem wir im Jahr 2023 als Besucher auf der Moulding Expo waren und von der Messe überzeugt sind, freuen wir uns, in diesem Jahr auf unserem Gemeinschaftsstand mit einigen unserer Unternehmen die Qualität und Vielseitigkeit unseres Clusters zu zeigen“, erklärt Piotr Wojciechowski, Managing Director des Bydgoszcz Industrial Cluster Tool Valley. „Unser Cluster besteht aus 170 Mitgliedern, darunter Universitäten, Zulieferer sowie 140 Unternehmen aus dem Werkzeugbau und der Kunststoffverarbeitung, die hochwertige Formen und Werkzeuge für Branchen wie Automotive, Medical, Kosmetik oder Haushaltsgeräte anbieten.“

Gut ausgestattete Unternehmen

Zwei dieser Unternehmen konnten die internationalen Fachjournalisten im Rahmen von Unternehmensbesuchen näher betrachten – Shapers Poland Ltd. und Intemo S.A. gaben tiefe Einblicke in den polnischen Werkzeug- und Formenbau.

Die Shapers Group ist in den Bereichen Werkzeugbau und Spritzguss weltweit aktiv. Zum Leistungsspektrum gehört ein weites Feld von Produkt- und Prozessdesign über Werkzeugbau, Herstellung, Montage und Verpackung.Die Gruppe ist aktiv für die Automobilindustrie, die Luft- und Raumfahrtindustrie, Konsumgüterhersteller, sowie in den Bereichen Sport und Freizeit, Bauwesen und Verpackung. Das Unternehmen arbeitet mit führenden Tier-1-Automobil-, Sonderfahrzeug- und Nutzfahrzeuglieferanten zusammen.

Nachhaltigkeit hat hohen Stellenwert

Das Unternehmen Intemo ist spezialisiert auf die Verarbeitung von Kunststoffen im Spritzgussverfahren, einschließlich der Herstellung aus Recycling-Kunststoffen und gefüllten Kunststoffen (Lignozellulose). Neben den hervorragend ausgestatteten Werkzeugbau verfügt das Unternehmen über eine eigene Spritzgießerei mit knapp 60 meist vollelektrischen Spritzgussmaschinen mit einer Schließkraft von bis zu 850 t, die zu einem großen Teil vom japanischen Hersteller Toyo stammen. 3D-Mess-, Design- und Ultraschallschweißdienste ergänzen das Angebot.

So, wie sich die beiden Unternehmen präsentierten, könnten sie genauso gut auf der Schwäbischen Alb oder im Sauerland stehen. Es wurde einmal mehr deutlich, dass die Hersteller in Mitteleuropa in Bezug auf die industriellen Standards, aber auch hinsichtlich Mindset und Ausbildung der Mitarbeiter immer mehr zusammenwachsen. Parallel zur Moulding-Expo-Pressereise hatte der Werkzeugbau-Weltverband ISTMA sein „ISTMA Europe Meeting“ angesetzt, um über die Situation der Branche in Europa und die derzeitigen Herausforderungen zu beraten.

Der Werkzeugbau ist ein essenzieller Faktor der europäischen Industrie.

Stephan Berz, Präsident ISTMA Europe

Ein wichtiger Punkt dieses Treffens war die Bestätigung der Wahl von Stephan Berz zum neuen Präsidenten von ISTMA Europe für den Zeitraum 2025 bis 2026. Berz, der den Verband Deutscher Werkzeug- und Formenbauer VDWF vertritt, folgt auf den scheidenden Präsidenten Markus Heseding vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau VDMA und soll ISTMA Europe durch die derzeitige entscheidende Phase der Branchen- und Markttransformation führen.

„Der Werkzeugbau ist ein essenzieller Faktor der europäischen Industrie“, betont Berz. „Der aktuelle Strukturwandel erfordert Anpassung – von Kundenprofilen über Beschaffungs- und Produktionskooperationen bis hin zur Digitalisierung. Nach mehr als 30 Jahren in der Branche möchte ich meine Erfahrung und mein globales Netzwerk dafür einsetzen, positive Impulse zu setzen und die Zukunft mitzugestalten.“

Einblick in die aktuelle Wirtschaftslage

Eine Gesprächsrunde mit den Partnerverbänden der Moulding Expo sowie das ISTMA Europe Meeting gab den Pressevertretern Einblick in die aktuelle Wirtschaftslage. „Der Weltmarkt für Werkzeuge und Formen wird auf 260 Milliarden USD geschätzt, mit einem prognostizierten Wachstum auf 500 Milliarden USD bis 2033“, gibt Bob Williamson, Präsident ISTMA World, einen Überblick „Aktuelle Herausforderungen wie Fachkräftemangel und Lieferkettenprobleme spiegeln globale Veränderungen wider. Aufstrebende Märkte in Asien stellen darüber hinaus eine zunehmende Konkurrenz für die westliche Werkzeugbaubranche dar, was Handlungsbedarf in Richtung Innovationen und Automatisierung erfordert. Zudem werden regionale Netzwerke künftig an Bedeutung gewinnen.“

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Auch der europäische Werkzeug-, Modell- und Formenbau sowie seine Zulieferer stehen vor großen Herausforderungen. Für den in hohem Maße von den Modellzyklen seiner Kundenbranchen abhängigen Werkzeugbau ist die aktuelle Konsum- und Investitionszurückhaltung deutlich spürbar und stellt eine große Herausforderung dar.

Die Moulding Expo ist die perfekte Plattform mitten in Europa, um die relevanten Entscheider entlang der Wertschöpfungsketten Metall und Kunststoff rund um den Werkzeug- und Formenbau zu vernetzen.

Markus Heseding, Geschäftsführer VDMA Präzisionswerkzeuge

Markus Heseding, Geschäftsführer VDMA Präzisionswerkzeuge sowie VDMA Mess- und Prüftechnik, betonte die Bedeutung der Moulding Expo in der aktuellen Wirtschaftslage: „Die Moulding Expo ist die perfekte Plattform mitten in Europa, um die relevanten Entscheider entlang der Wertschöpfungsketten Metall und Kunststoff rund um den Werkzeug- und Formenbau zu vernetzen, zukünftige Projekte zu besprechen und innovative Lösungen zu finden. Sie bietet ein wertvolles internationales Netzwerk und Informationen, die gerade in einem schwierigen Marktumfeld von großer Bedeutung sind.“

Kulturelle und sprachliche Nähe

Professor Thomas Seul, Präsident des VDWF, betont: „Die Arbeit unserer Werkzeugmacher ist ihren Preis wert! Ihre Werkzeuge und Formen sind nicht billig, sie bieten aber entscheidende Mehrwerte, die von Anbietern aus Niedriglohnländern nicht geleistet werden können. Die vielen kleinen und mittleren Unternehmen der Branche bilden eine Schlüsselindustrie – sie liefern valide Produktionsmittel für die Industrie, die prozesssicher, gesetzeskonform und ohne unerwartete Risiken sind.“ Als einen durchaus entscheidenden Faktor hob Seul insbesondere die Nähe zu den heimischen Auftraggebern hervor: „Neben hoher Liefergeschwindigkeit und Flexibilität überzeugen die Werkzeugmacher aus dem deutschsprachigen Raum ebenso mit einer kulturellen und sprachlichen Nähe. Alles Vorteile, die sich auf der Moulding Expo in Stuttgart bestens aus erster Hand erleben lassen.“

Die Arbeit unserer Werkzeugmacher ist ihren Preis wert!

Professor Thomas Seul, Präsident des VDWF

Der erste Aussteller der Moulding Expo vor zehn Jahren war der Gottenheimer Zylinderhersteller AHP Merkle. „Wir waren oft richtig mutig.“, erinnert sich Unternehmenslenker Christen Merkle. „Und wir sind es heute noch. Mut zahlt sich aus. Für uns ist die Moulding Expo eine Leitmesse im Bereich Werkzeug-, Modell- und Formenbau. Wir freuen uns zur Moulding Expo 2025 erneut auf gute Kontakte und interessante Gespräche auf unserem Messestand.“

Zukunftssicherung der Branche

Für den CAD/CAM-Systemanbieter Tebis aus Martinsried ist die Moulding Expo ein unverzichtbares Schaufenster der Branche. „Wie die Werkzeug- und Formenbauer entwickeln auch wir bei Tebis unsere Lösungen kontinuierlich weiter“, erklärt Silvia Mattei vom Marketing des Softwarehauses bei der Pressetour. „Die Messe ist gerade in der jetzigen Wirtschaftslage wichtig. Es geht um die Optimierung der Marktlage für die Unternehmen im Werkzeug- und Formenbau und letztlich um die Zukunftssicherung der Branche.“

Branchenmesse

Moulding Expo

Schaufenster der Branche

Im Fokus der internationalen Fachmesse Werkzeug-, Modell- und Formenbau stehen kleine und mittelständische Werkzeug-, Modell- und Formenbau-Betriebe mit deren Expertise und Know-how für die Umsetzung kundenspezifischer Projekte. Zudem bildet die Messe alle relevanten Technologiepartner der Branche ab, die den hohen Ansprüchen der Branche an Qualität und Genauigkeit genügen: von Normalien, Werkstoffen und Heißkanalsystemen über Bearbeitungswerkzeuge, Spannmittel und Werkzeugmaschinen bis hin zu Prüf- und Messtechnik und Software-Anbietern. Link hier

Vom 6. bis 9. Mai 2025 öffnet die Moulding Expo 2025 auf dem Messegelände Stuttgart ihre Pforten. Parallel zur Moulding Expo laden die 37. Control und die SawExpo, Messe für Trenn- und Zerspanungstechnik, zum Besuch ein.

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