Treffpunkt WerkzeugbauMehr Mut zur Stärkung der Schlüsselbranche
Von
Richard Pergler
5 min Lesedauer
Zu einem "Treffpunkt Werkzeugbau" hat der VDWF - Verband Deutscher Werkzeug- und Formenbauer e.V. in die Räumlichkeiten des Werkzeugbauers und Spritzgießers Stolz & Seng Kunststoffspritzguss und Formenbau GmbH eingeladen. Mehr als 200 Teilnehmer sind der Einladung gefolgt.
Ein Highlight des "Treffpunkt Werkzeugbau" war der Rundgang durch die Fertigung des Werkzeugbau- und Spritzgießspezialisten. Die Mitarbeiter beantworteten zudem alle Fragen der Besucher - unter ihnen auch direkte Wettbewerber - mit großer Offenheit und Transparenz.
(Bild: Maschinenmarkt/rw)
Mit der Veranstaltungsreihe „Treffpunkt Werkzeugbau“ verfügt die Branche der Werkzeug-, Formen und Modellbauer sowie der Kunststoff- und Metallverarbeiter über eine wertvolle Plattform, über die praxisnahes Wissen für den Arbeitsalltag vermittelt wird. Darüber hinaus bringt der Veranstalter, der Verband Deutscher Werkzeug- und Formenbauer (VDWF), beim "Treffpunkt Werkzeugbau" die Unternehmen und die Menschen der Branche zusammen - zum Vernetzen und Vertiefen der Kontakte.
Zusammenhalt der Unternehmen stärken
Die Veranstaltungsreihe, die zu unterschiedlichen gastgebenden Unternehmen im deutschen Sprachraum einlädt, soll den Zusammenhalt der Unternehmen im deutschen Sprachraum und darüber hinaus stärken, wertvolles Know-how vermitteln und zudem die Sichtbarkeit der Branche deutlich erhöhen. Für die Teilnehmer des "Treffpunkt Werkzeugbau" bei der Stolz & Seng Kunststoffspritzguss und Formenbau GmbH hatten Ralf Dürrwächter, Geschäftsführer des Verbands Deutscher Werkzeug- und Formenbauer VDWF, und sein Team ein attraktives Programm zusammengestellt.
Die technologische Leistungsfähigkeit von Stolz & Seng basiert auf einer hochintegrierten Prozesskette, die spezialisierte Werkzeugkonstruktion mit hochpräziser Serienfertigung vereint. Das Unternehmen fokussiert sich primär auf den Präzisionsspritzguss und deckt dabei ein Spektrum an Schließkräften von 6,2 bis 150 t ab. Eine Kernkompetenz stellt die Fertigung von Mikrospritzgussteilen dar, wobei Schussgewichte ab 0,002 g sowie Wandstärken bis zu 0,1 mm prozesssicher realisiert werden. Das verfahrenstechnische Portfolio umfasst zudem die Mehrkomponententechnik sowie das automatisierte Umspritzen von Einlegeteilen wie Geweben oder Endlosbändern auf vertikalen Anlagen. Zur Sicherstellung einer stabilen Serienqualität sind die Produktionslinien mit leistungsfähigen Entnahmesystemen zur nestgetrennten Ablage ausgestattet.
Basis der Fertigungspräzision ist der eigene Formenbau
Die Grundlage dieser Fertigungspräzision bildet der hauseigene, klimatisierte Formenbau. Unter Einsatz von CAD/CAM-Systemen und softwaregestützten Füllsimulationen entwickeln die Spezialisten komplexe Spritzgießwerkzeuge und fertigen diese mittels Hochgeschwindigkeitsfräsen sowie Draht- und Senkerodieren. Ein systematisches Werkzeug-Wartungsmodul gewährleistet dabei die langfristige Verfügbarkeit und Maßhaltigkeit der Betriebsmittel.
Die Qualitätssicherung ist fester Bestandteil des Produktionsablaufs und stützt sich auf optische sowie taktile 3D-Messtechnik. Dank der Anbindung an ein CAQ-System und die Zertifizierung nach IATF-relevanten Standards erfüllt das Unternehmen die hohen regulatorischen Anforderungen der Automobilindustrie und der Medizintechnik.
Nachfolgestrategie als wichtiger Faktor
Der "Treffpunkt Werkzeugbau" begann mit einem kurzen Überblick über die zahlreichen Aktivitäten des Verbands Deutscher Werkzeug- und Formenbauer (VDWF), von denen die meisten auch Nichtmitgliedern offenstehen. Ralf Dürrwächter skizzierte die Möglichkeiten und führte durchs Programm.
Einer der beiden Stolz&Seng-Gründer, Reinhard Stolz, führte in seinem Beitrag zu den Ursprüngen des Unternehmens und gab tiefe Einblicke in die Philosophie, die hinter dem Unternehmen und seiner Arbeit steckt. Insbesondere ging er auch auf die Strategie hinter der Nachfolgeregelung in der Unternehmensführung ein - sie sichert schließlich den Fortbestand des Unternehmens.
Christian Seng, ebenfalls Gründer und heutiger geschäftsführender Gesellschafter bei Stolz&Seng, skizzierte die Zukunft seines Unternehmens und zeiget, warum Netzwerke und beispielsweise die Mitarbeit in einem Verband wie dem VDWF für die Branche so wichtig sind. Denn die Unternehmen sind in der Regel klein und daher in der Diskussion in Politik und Gesellschaft kaum präsent.
Die Branche braucht Unterstützung
Dazu kommt: Die Branche steckt in der Krise. Deshalb wendet sie sich jetzt in einem offenen Brief an Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, sowie an die deutsche Wirtschaftsministerin Katherina Reiche. Susanne Schröder, Sprecherin des VDWF, stellte die Kampagne vor.
Wie Unternehmen von den Aktivitäten ihres Bundeslandes profitieren können, zeigte Joachim Speck von Baden-Württemberg International (BW_i). Er stellte beispielhaft Programme vor, die Unternehmen bei Ansiedlung, aber auch im laufenden Betrieb begleiten und unterstützen.
Stand: 08.12.2025
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Im ersten Highlight des "Treffpunkt Werkzeugbau" zeigte Christen J. Merkle, Unternehmenslenker des Zylinderherstellers AHP Merkle in Gottenheim bei Freiburg, aus seiner Perspektive als Unternehmer, wie die derzeitige Gemengelage aus weltpolitischen Einflüssen, Wirtschaftsfaktoren, der verzagten Stimmungslage in vielen Führungsetagen und vielem mehr seine persönlichen und seine unternehmerischen Gedanken prägen. In seinem emotional berührenden Beitrag "Was mich bewegt" zeigte er als Unternehmenslenker, der Verantwortung für viele Mitarbeiter und die Wirtschaftskraft seiner Region trägt, welche Auswirkungen etwa ideologisch und nicht sachlich geprägte Entscheidungen der Politik haben und welchen Einfluss etwa die öffentliche meinung auf Entwicklungen in der Wirtschaft haben kann. Trotz der alles andere als optimalen Ausgangslage forderte auf, wieder zu mehr optimistischem Tatendrang im Sinne eines sportlichen „jetzt erst recht“ zurückzufinden. Seine Erkenntnis nach vielen Entscheidungen: Selten hat man zuviel Mut.
Auch ein Weltmeister braucht mal Hilfe
Einer der Höhepunkte beim "Treffpunkt Werkzeugbau" war die auf zwei "Halbzeiten" aufgeteilte Keynote von Handballweltmeister Dominik Klein. Der sympathische Linksaußen zeigte, dass auch ein erfolgsverwöhnter Spitzensportler mit Niederlagen zu kämpfen hat. Und dass man wieder in die Erfolgsspur zurückfinden kann. Nicht zuletzt dank Hilfe von außen sogar stärker als zuvor. Der Spitzensportler, der heute zudem auch ein beliebter TV-Experte ist, kann auf eine an Höhepunkten reiche Karriere zurückblicken: Er holte unter anderem mit der deutschen Handballnationalmannschaft bei der Heim-WM 2007 in Deutschland sensationell die Goldmedaille.
Offener Brief und Petition
Dringender Weckruf an Politik und Gesellschaft
VDWF fordert Maßnahmen zur Rettung des Werkzeug- und Formenbaus
In einem offenen Brief an die Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Katherina Reiche, und an die Präsidentin der Europäischen Kommission, Dr. Ursula von der Leyen, weist der VDWF auf die alarmierende wirtschaftliche Situation des Werkzeug- und Formenbau-Sektors hin und fordert gezielte Maßnahmen zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit. Werkzeugmacher seien systemrelevant, litten aber unter stark gestiegenen Kosten, verzerrtem globalen Wettbewerb und einem teils dramatischen Rückgang von Umsatzrendite und Produktionsvolumen, heißt es in dem Schreiben. Der Verband richtet klare Worte an die Entscheidungsträgerinnen: "Der Trend zur Deindustrialisierung darf sich nicht weiter fortsetzen! Wir appellieren an Sie, die Wettbewerbsfähigkeit des Werkzeug- und Formenbaus durch gezielte Maßnahmen zu sichern." Zum offenen Brief und zur Petition geht's hier
Darüber hinaus hatte Dominik Klein mit dem THW Kiel alle relevanten deutschen Titel eingesammelt: Achtmal war er Deutscher Meister (unter anderem mit 68:0 Punkten ohne Niederlage), sechsmal rockte er den DHB-Pokal und dreimal die Champions-League. Heute ist der Wahl-Münchner Geschäftsführer des Bayerischen Handball-Verbands und tritt als gefragter Sport-Speaker vor Mitarbeitern und Kunden in Unternehmen auf.
Wertvolle Impulse fürs eigene Unternehmen
Zentrales Element der Veranstaltung war neben den spannenden und informativen Beiträgen der Austausch zwischen den Branchenteilnehmern. Die Teilnehmer bekamen unter anderem zahlreiche wertvolle Impulse für die strategische Ausrichtung ihres Unternehmens, aber auch Tipps für die alltäglichen Herausforderungen des Arbeitsalltags. Die Teilnahme war für die Besucher dank der zahlreichen Sponsoren, die den "Treffpunkt Werkzeugbau" auf unterschiedliche Weise unterstützen, kostenfrei.