Aluminiumzerspanung
Wenn dem Werkzeug egal ist, wie tief die Tasche ist

Ein Gastbeitrag von Manfred Flohr 6 min Lesedauer

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Auf einem Berggipfel in Chile entsteht gerade das größte Teleskop der Welt. Um tiefe Taschen in einem für das Teleskop bestimmten Bauteil einzubringen, setzt die Jakob Behr Maschinenfabrik auf neue Ingersoll-Fräser.

Auf einem 3046 Meter hohen Berggipfel in der chilenischen Atacamawüste wird das Extremely Large Telescope (ELT) gebaut, das mit einem Spiegeldurchmesser von 39 Metern das weltgrößte Teleskop werden wird. Bauteile für Messinstrumente bearbeitet die Jakob Behr Maschinenfabrik GmbH & Co. KG in München.(Bild:  ESO/G. Vecchia)
Auf einem 3046 Meter hohen Berggipfel in der chilenischen Atacamawüste wird das Extremely Large Telescope (ELT) gebaut, das mit einem Spiegeldurchmesser von 39 Metern das weltgrößte Teleskop werden wird. Bauteile für Messinstrumente bearbeitet die Jakob Behr Maschinenfabrik GmbH & Co. KG in München.
(Bild: ESO/G. Vecchia)

Die Rückseite des fertigen Aluminiumbauteils erinnert mit seiner Form stark an einen Sessel. Dermaßen inspiriert, nimmt Firmenchef Sebastian Behr kurzerhand Platz auf dem „Sitzmöbel“ und thront darauf im Arbeitsraum seiner Hermle C 62 U MT. Die spaßige Szene täuscht etwas darüber hinweg, wie filigran die Vorderseite des Teils gestaltet ist, bei deren Fertigung enge Vorgaben an Präzision und Oberflächenqualität einzuhalten waren.

Der Aluminiumklotz ist ursprünglich kein typisches Bauteil für das 1904 von Jakob Behr gegründete Familienunternehmen, könnte aber aufzeigen, wohin die Zukunft geht. Das Unternehmen begann mit der Herstellung von Transmissionen und Drehbänken, später wurden vor allem Stoßmaschinen konstruiert und gebaut. Diese Maschinen wurden im Laufe der Jahre in immer größeren Ausführungen produziert und mit den Maschinen wandelte sich auch der Maschinenpark in der 3.000 Quadratmeter großen Halle, in dem heute Großmaschinen dominieren.