Keine Bange! Deutscher Werkzeugmaschinenbau ist gut vorbereitet

Quelle: VDW 8 min Lesedauer

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„Die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie ist international sehr gut aufgestellt – trotz der vielen Herausforderungen“, so Franz-Xaver Bernhard, Vorsitzender des VDW, auf der Jahrespressekonferenz.

Es wird schon! Heute hat der VDW seine Jahrespressekonferenz in Frankfurt am Main abgehalten.  Der VDW-Vorsitzende Franz-Xaver Bernhard spricht hier über die Lage der deutschen Maschinenbauer ...(Bild:  VDW)
Es wird schon! Heute hat der VDW seine Jahrespressekonferenz in Frankfurt am Main abgehalten. Der VDW-Vorsitzende Franz-Xaver Bernhard spricht hier über die Lage der deutschen Maschinenbauer ...
(Bild: VDW)

Seit Jahrzehnten sind deutsche Unternehmen führend in Produktion und Export. Und 2024 belegten sie in der Produktion Platz zwei hinter China und im Export teilen sie sich den ersten Platz mit China, so der Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW). Auch in den momentan schwierigen Zeiten investieren sie stabil rund drei Prozent ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Und gut 50 international renommierte Forschungsinstitute mit zahlreichen Spitzenkräften stehen an deutschen Hochschulen für gemeinsame Projekte zur Verfügung, wie es weiter heißt. Auch treiben die sehr gut ausgebildeten Spezialisten stets motiviert die Branchenentwicklung voran. Bis November 2024 hat die Industrie ihre Beschäftigung noch leicht ausgebaut (auf rund 65.300 Personen). „Auf diesem Fundament können die Unternehmen Nachfrageschwankungen gut bewältigen. Das haben sie in früheren Schwächephasen oft genug bewiesen“, ist sich Bernhard, der auch Vorstand von Hermle ist, sicher. Nun ist es seiner Meinung nach aber auch an der Politik, die Hausaufgaben zu machen und ihre ureigenste Aufgabe wahrzunehmen: Die Wettbewerbsfähigkeit des Industriesandortes Deutschlands zu stärken.

Deutschland braucht mutige Reformen seitens der Politik

Die neue Regierung müsse nach der Bundestagswahl Ende Februar die Weichen mit einem überzeugenden Plan für mehr Wirtschaftswachstum sehr zügig stellen. Es gilt, die Bürokratie abzubauen, die Digitalisierung voranzutreiben, die Energiekosten und Steuern zu senken, die Bildung zu verbessern und nicht zuletzt die Infrastruktur zu sanieren. „Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz, Corporate Social Responsibility Directive (CSRD), Cyber Resilience Act, europäische Entwaldungsverordnung und wer weiß, was noch, überfordert die Unternehmen“, betont Bernhard mit Blick auf die Lage. Je nach Unternehmensgröße müssen sie für die Dokumentation zwischen einem und drei Prozent ihres Umsatzes aufwenden. Das, so Bernhard, ist Geld, das dann für Investitionen fehlt.

So ging es im letzten Jahr abwärts ...

Die Krise in der Automobilindustrie sowie die Unsicherheiten in den beiden großen Abnehmermärkten USA und China belasten die Branche. Der Verbrauch von Werkzeugmaschinen ist 2024 im Hauptabnehmermarkt Europa um 18 Prozent gesunken, so die Zahlen. Dabei verloren die beiden größten Märkte Deutschland und Italien 12 respektive 28 Prozent. China stagnierte, in den USA schrumpfte der Markt um sieben Prozent. In Deutschland ist die Produktion von Werkzeugmaschinen 2024 nach Schätzung von Oxford Economics, Prognosepartner des VDW, um vier Prozent auf ein Volumen von rund 14,8 Milliarden Euro gesunken. Ein Jahr zuvor konnte man in Deutschland das noch um neun Prozent (auf 15,4 Milliarden) ausweiten. Ergänzend dazu wuchs der Output in den ausländischen Produktionsstätten um 13 Prozent auf 3,8 Milliarden überproportional, so der VDW. Er machte damit ein Viertel der globalen Maschinenproduktion deutscher Hersteller aus. Der Export trudelte bis Oktober 2024 um fünf Prozent nach unten. Innerhalb der Triade war Europa mit 16 Prozent stark rückläufig. Amerika positionierte sich dagegen mit einem Plus von 17 Prozent eindeutig als das Zugpferd. Und die USA überholten jetzt nach 9 Jahren erstmals wieder China als wichtigsten Absatzmarkt und legten um ein Fünftel zu. Die Ausfuhren nach China als zweitgrößtem Abnehmer sanken dagegen um 12 Prozent.

VDW erwartet ein Minus von rund 10 Prozent

Indien positioniert sich mittlerweile auf Platz sechs der größten Absatzmärkte. Die Ausfuhren stiegen dabei um satte 36 Prozent. Auch des gut laufenden Exportgeschäfts mit Südkorea hielt sich Asien als Region damit fast auf Vorjahresniveau. Generell soll sich das konjunkturelle Umfeld 2025 mit sinkenden Zinsen, einer Normalisierung der Inflation und einer Belebung des Privatkonsums aber wieder ein wenig verbessern. Der Auftragseingang – Frühindikator für die weitere Entwicklung – ist im vergangenen Jahr deutlich gesunken – bis November um 22 Prozent. Am aktuellen Rand deute sich allerdings eine Bodenbildung an. Das Inland verlor ein Zehntel, das Ausland hingegen mit 27 Prozent fast dreimal so viel. Der Rückgang verteilt sich auf die gesamte Triade. Auch wenn sich die Nachfrage nach Werkzeugmaschinen stabilisiere und sich die Rahmenbedingungen etwas verbesserten, würde die Produktion deutlich zurückgehen. Der VDW erwartet deshalb ein Minus von 10 Prozent auf dann 13,3 Milliarden Euro.

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