Werkzeug- und Formenbau Was lange Hosen von kurzen Hosen lernen können

Von Richard Pergler 4 min Lesedauer

Wissenstransfer und Netzwerkaufbau standen beim Treffpunkt Werkzeugbau des VDWF in den Räumen des Präzisionswerkzeugherstellers OSG im Fokus. Handballstar Dominik Klein zeigte, wie sich Erkenntnisse aus dem Spitzensport auf die Führung eines Unternehmens übertragen lassen.

Gute Gespräche: Beim Treffpunkt Werkzeugbau wurden, wie hier am Stand von Tebis, auch sehr konkrete Projekte diskutiert. Der Austausch der Teilnehmer untereinander sorgt dafür, dass die Branche ein gutes Stück zusammenrückt.(Bild:  Maschinenmarkt)
Gute Gespräche: Beim Treffpunkt Werkzeugbau wurden, wie hier am Stand von Tebis, auch sehr konkrete Projekte diskutiert. Der Austausch der Teilnehmer untereinander sorgt dafür, dass die Branche ein gutes Stück zusammenrückt.
(Bild: Maschinenmarkt)

Zu seinem ersten Treffpunkt Werkzeugbau dieses Jahres hatte Ralf Dürrwächter, Geschäftsführer des Verbands Deutscher Werkzeug- und Formenbauer VDWF, in die Räumlichkeiten des japanischen Präzisionswerkzeugherstellers OSG nach Göppingen eingeladen. Neben dem Wissenstransfer stand insbesondere das Netzwerken der Teilnehmer untereinander im Fokus. Zahlreiche Interessenten waren gekommen, um ausgewählten Beiträgen und insbesondere Keynote-Speaker Dominik Klein zu folgen, aber auch, um sich im Netzwerk auszutauschen und Kontakte aufzufrischen.

Dank Sponsoren für die Teilnehmer kostenfrei

Eine offene Atmosphäre förderte den Gedankenaustausch - die Teilnehmer bekamen wertvolle Impulse für die strategische Ausrichtung ihres Unternehmens, aber auch für die täglichen Herausforderungen des Arbeitsalltags. Die Teilnahme war für die Besucher dank zahlreicher Sponsoren - neben OSG waren das unter anderem die Unternehmen AHP Merkle, Schuler, Tebis, Medtec Live, GF Machining Solutions, Marktspiegel Werkzeugbau, Böhler, Moulding Expo und Oelheld - kostenfrei.

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Ralf Dürrwächter eröffnete mit aktuellen Informationen über die verschiedenen Aktivitäten des VDWF das Programm. In diesem Jahr prägen zahlreiche Hausmessen und Messen die Agenda, das Highlight für die Branche ist dabei sicher die Moulding Expo vom 6. bis 9. Mai mit einem großen Gemeinschaftsstand des VDWF. Aber auch Netzwerkveranstaltungen wie der Technologietag Hein am 13. März, die Reihe "Treffpunkt Werkzeugbau" oder die "Voll wild"-Geschäftsführertreffs bieten die Gelegenheit, sich auszutauschen und gleichzeitig die Branche zu stärken.

Kommune kann Betriebe vielfältig unterstützen

Göppingens Oberbürgermeister Alex Maier, zum "Gumpigen Donnerstag" ganz in Fastnachtsmontur, begrüßte die Teilnehmer im Namen der Stadt. Er zeigte unter anderem, wie eine Kommune gerade auch den mittelständischen Betrieben in ihrem Gebiet bei Unternehmensgründungen, Förderprogrammen und Kooperationsprojekten sowie Unternehmenserweiterungen und anderen Transformationen zur Seite stehen kann.

Gerade auch die überbordende Bürokratie soll zumindest auf kommunaler Ebene eingedämmt werden, Förderprogramme und schnelle Entscheidungen unternehmerisches Handeln unterstützen und eine gute Infrastruktur, wie sie etwa Göppingen bietet, die optimalen Voraussetzungen für die Betriebe schaffen.

Grundlage für valide Entscheidungen

Der Vollblut-Werkzeugbauer Klaus Lemke ist das neue Gesicht des Marktspiegel Werkzeugbau. Er gab einen Einblick in die Arbeit der Benchmark-Initiative, zeigte, wie Unternehmer mit fundierten Daten zu besseren Entscheidungen kommen und stellte das neue Tool MBI vor. Das unterstützt die Teilnehmer nicht nur beim einfacheren Erfassen der relevanten Parameter, sondern ermöglicht mit einem validen, stimmigen und vor allem auch aktuellen Datenstand, das Bauchgefühl bei Entscheidungen mit belastbaren Fakten zu ersetzen. Gerade in Zeiten von Umbruch und Transformation der Branche eine wertvolle und notwendige Unterstützung.

Veranstaltungsreihe

Treffpunkt Werkzeugbau

Mehrwert für die Branche

Die vom Verband Deutscher Werkzeug- und Formenbauer (VDWF) initiierte Terminserie "Treffpunkt Werkzeugbau" bietet kurze Vorträge zu interessanten Themen, eine Betriebsführung beim Gastgeber und anschließendes Netzwerken mit kulinarischer Begleitung.Die Veranstaltungen sind offen auch für Nichtmitglieder. Herzlich eingeladen sind alle Interessierten des Werkzeug- und Formenbaus, ebenso dessen Auftraggeber und Zulieferer. In der Regel kommen die Teilnehmer aus einem Umkreis von rund einer Autostunde zum Veranstaltungsort. Link hier

Michael Rupp, zusammen mit Oliver Schunter Geschäftsführer bei OSG Göppingen, präsentierte als Hausherr und Gastgeber die Möglichkeiten und Produkte des japanischen Präzisionswerkzeugherstellers. OSG hat seit langem ein breites Spektrum an Werkzeugen im Portfolio, die speziell für die Anforderungen des Werkzeug- und Formenbaus ausgelegt sind. Dazu gehört beispielsweise ein umfassendes Angebot an hochpräzisen, qualitativ hochwertigen Schaftfräsern. OSG ist mit seiner deutschen Niederlassung in Göppingen jedoch weit mehr als nur Werkzeuglieferant. Eine gut ausgestattete Produktion sorgt für hohe Flexibilität und kurze Lieferfristen. Im Technikum vor Ort können die OSG-Experten zudem in Probebearbeitungen Herausforderungen für die Anwender lösen. Und die Akademie, in der die Referenten beim Treffpunkt Werkzeugbau ihre Vorträge hielten, sorgt für den Know-how-Transfer in die Branche.

Weltmeister gibt spannende Einblicke

Höhepunkt der Veranstaltung war indes die auf zwei "Halbzeiten" aufgeteilte Keynote von Handball-Weltmeister Dominik Klein. Der Weltstar und Spitzensportler sieht nicht nur die zahllosen Titel als Meilensteine, die ihn prägten, sondern mehr noch die Menschen in seinem Umfeld und die Erfahrungen etwa mit Erfolg und Misserfolg, mit Verletzungspech und dem Kampf auf dem Weg zurück an die Spitze. Auf beeindruckende Weise zog er Parallelen zwischen Spitzensport und Unternehmertum, zeigte, wie verblüffend ähnlich die Mechanismen bei den kurzen Hosen im Sport und bei den langen Hosen in der Unternehmensführung oft wirken und was man voneinander lernen kann. Darüber hinaus nahm sich der Weltstar sehr viel Zeit, um alle Selfie- und Autogrammwünsche zu erfüllen.

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Darüber hinaus stand der Austausch zwischen den Teilnehmern im Fokus. An den Ständen der kleinen begleitenden Ausstellung wurde zudem über oft sehr konkrete Projekte diskutiert. Ein Betriebsrundgang mit tiefen Einblicken in die Produktion des Präzisionswerkzeugherstellers, an dem ganz selbstverständlich auch Vertreter von OSG-Marktbegleitern teilnahmen, rundete den Treffpunkt Werkzeugbau ab. Diese Offenheit prägte auch das Netzwerken und den Austausch der Teilnehmer untereinander. Gut so. Denn die Herausforderungen an die Branche, die in Zukunft sicher nicht kleiner werden, lassen sich gemeinsam und mit Transparenz und gegenseitigem Vertrauen deutlich leichter bewältigen.

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