Einzelteilfertigung Wenn bereits der erste Versuch exakt passen muss

Von Richard Pergler 5 min Lesedauer

Unter dem Motto "Einzelteilfertigung - Flexibilität und Präzision für Werkzeug- und Formenbau und allgemeine 5-Achs-Bearbeitung" stand ein Tag der Veranstaltungsreihe "Conexx Days" des Präzisionswerkzeugherstellers OSG in Göppingen.

Mit Live-Demonstrationen auf den Maschinen der OSG-Akademie zeigten Experten des Präzisionswerkzeugherstellers, was mit den richtigen Werkzeugen und Strategien in der Zerspanung möglich ist.(Bild:  Maschinenmarkt/rw)
Mit Live-Demonstrationen auf den Maschinen der OSG-Akademie zeigten Experten des Präzisionswerkzeugherstellers, was mit den richtigen Werkzeugen und Strategien in der Zerspanung möglich ist.
(Bild: Maschinenmarkt/rw)

Produzieren in Losgröße 1 ­ die Einzelteilfertigung stellt ganz eigene Ansprüche an die Produktion. Das beginnt bei den Bearbeitungsstrategien und hört bei Maschinen und Präzisionswerkzeugen noch lange nicht auf. Grund genug für die Verantwortlichen der deutschen Tochter des japanischen Präzisionswerkzeugherstellers OSG in Göppingen, einen der diesjährigen "Conexx Days" den kleinen und kleinsten Losgrößen zu widmen.

Wissenswertes für die Praxis

In spannenden Live-Demonstrationen sowie mit aktuellen und interessanten Beiträgen von renommierten Referenten und führenden Unternehmen erfuhren die Teilnehmer Wissenswertes für die Praxis - die Experten auf der Bühne der OSG-Akademie und an den Maschinen beleuchteten die Details aktueller Prozesse und Techniken aus erster Hand. So konnten die Teilnehmer direkt vom umfassenden Fachwissen der Experten profitieren.

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Michael Rupp, Geschäftsführer der OSG GmbH in Göppingen, konnte bei seiner Begrüßung der Teilnehmer auf voll besetzte Stuhlreihen im Hörsaal der Akademie blicken. Er stellte OSG kurz vor und gab einen Überblick über Strukturen und Tätigkeitsfelder.

Talente fürs eigene Unternehmen fördern

Unter dem Slogan "Team. Talent. Tooling. - Der Mensch als Erfolgsfaktor im Werkzeug- und Formenbau" betrachtete Ralf Dürrwächter, Geschäftsführer des Verbands Deutscher Werkzeug- und Formenbauer (VDWF) die wichtigste Ressource in den Unternehmen einmal aus der sehr persönlichen Perspektive seiner eigenen Beobachtungen in zahlreichen Betrieben. Natürlich, so sein Fazit, ist es für den Unternehmer immer mit Kosten verbunden, seinen Mitarbeitern Weiterbildung zu ermöglichen - beispielsweise den Besuch von Veranstaltungen wie den "Conexx Days". "Aber stellen Sie sich vor, dass sich ihre Mitarbeiter nicht weiterbilden - und die bleiben in Ihrem Unternehmen", gab er zu bedenken. "Dann haben Sie spätestens in ein paar Jahren ein gewaltiges Problem!" Deshalb ist es sinnvoll, die Mitarbeiter - und mit ihnen auch das eigene Unternehmen - kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Brancheninitiative

Marktspiegel Werkzeugbau

Kennzahlen für die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens

Der Marktspiegel Werkzeugbau hat das Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen im Werkzeug-, Modell- und Formenbau aktiv zu fördern. Der praxisorientierte Unternehmensvergleich gibt nicht nur einen exakten Einblick in die Branche, sondern bietet den Verantwortlichen in den teilnehmenden Betrieben auch konkret umsetzbare Handlungsempfehlungen. Link zum Marktspiegel Werkzeugbau

Gerade bei nachhaltig erfolgreich Lieferketten geht der Trend wieder verstärkt zur ​Partnerschaft statt zur bloßen Beschaffung. Was bleibt, ist die Notwendigkeit, möglichst wirtschaftlich und kosteneffizient zu fertigen. Klaus Lemke vom Marktspiegel Werkzeugbau verwies darauf, dass viele Unternehmen ihre wirksamsten Stellschrauben nicht kennen, weil sie nicht über relevante Daten für valide Entscheidungen verfügen. Hier kann der Marktspiegel Werkzeugbau den Unternehmern helfen, die wichtigsten Parameter zu identifizieren und Entscheidungsträger mit durchdachten Handlungsempfehlungen unterstützen.

Gesamtbetriebskosten im Fokus

Takuya Yoshida, Sales Engineer bei der Düsseldorfer Niederlassung des japanischen Hochpräzisionswerkzeugmaschinenherstellers Yasda, und Thomas Maier, Sales Manager bei Tecno.team, beleuchteten in einer gemeinsamen Präsentation die Gesamtbetriebskosten bei der Hartbearbeitung. Beeindruckend das vorgestellte Berechnungsbeispiel, das zeigte, wie sich die über ein ganzes Maschinenleben gleichbleibend hohe Genauigkeit nachhaltig positiv auf die Gesamtkosten und damit auf die Kosten eines jeden gefertigten Werkstücks auswirken kann. Da rechnen sich auch höhere Kosten bei der Maschineninvestition oft sehr schnell.

​Nicht nur die Komplexität der Werkstücke ist in jüngster Vergangenheit stark angestiegen - auch die Ansprüche an die Qualität der Oberflächen wachsen beständig. Immer mehr Oberflächen benötigen eine polierte Oberfläche. Oft eignet sich zur Erstellung solcher Oberflächen maschinelles Polieren. Sven Clement, Key Account Manager im Bereich Werkzeug- und Formenbau bei OSG, zeigte Möglichkeiten und Grenzen der Technologie und skizzierte anhand praktischer Beispiele sinnvolle Anwendungsfälle für das Verfahren.

Toolmanagement für störungsfreie Abläufe

Unter dem Titel "Weniger Stillstand, mehr Durchsatz - Tool Management mit TCM" präsentierte Benjamin Theiler, Digitial Innovation Manager bei Toolbase, die Toolmanagement-Lösung des österreichischen Unternehmens. Er stellte dar, wie Werkzeuge im Zuge einer digitalisierten Fertigung mit hohem Automatisierungsgrad eingesetzt werden können und welche Rolle dabei eine hohe Datendurchgängigkeit spielt.

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​Die automatische Topologieerkennung für das hochpräzise Fräsen ist ein wichtiger Faktor für die Automatisierung von Abläufen in der Programmierung. Marc Maier, Gebietsvertriebsleiter, und Klaus Beckmann, Anwendungstechniker bei Open Mind Technologies, gaben in ihrem Vortrag einen Einblick in die Arbeit mit HyperMill High-Precision Machining.

Digitale und analoge Durchgängigkeit

Digitale und analoge Durchgängigkeit im Werkzeugraum ermöglichen laut Stefan Prinz, Key Account Manager bei Haimer, ein schlüssiges Gesamtkonzept im Hinblick auf Digitalisierung und Automatisierung des Toolroom Management. Mit einfach zu implementierenden Produkte und intuitiven Softwarelösungen ermöglicht der Igenhausener Produktivitätsspezialist mit einem Komplettangebot seinen Anwendern eine höhere Produktivität in ihrer Fertigung.

Natürlich ist es für den Unternehmer immer mit Kosten verbunden, seinen Mitarbeitern Weiterbildung zu ermöglichen. Aber stellen Sie sich vor, dass sich ihre Mitarbeiter nicht weiterbilden - und die bleiben in Ihrem Unternehmen.Dann haben Sie spätestens in ein paar Jahren ein gewaltiges Problem!

Ralf Dürrwächter, VDWF

Was beim Erstellen vom Gewinden in gehärteten Materialien zu beachten ist, brachte Matthias Kallenbach, Anwendungstechniker bei OSG, den Zuhörern näher. Eine von OSG gern umgesetzte Variante ist das Gewindefräsen ins Volle, auch bekannt als zirkulares Bohrgewindefräsen. Bei dieser Technik wird das Gewinde nicht mittels Schneiden, sondern per Fräsen des Materials erstellt, wobei ein spezieller Fräser spiralförmig um die Kernlochachse geführt wird.

Höchste Ansprüche rationell erfüllen

Effiziente Lösungen für höchste Ansprüche präsentierte Jochen Schmid, Senior Berater Technischer Vertrieb beim Werkzeugmaschinenhersteller exeron. Das Unternehmen bietet Hightech-EDM-Lösungen sowie Bearbeitungszentren für das präzise Hochgeschwindigkeitsfräsen, die insbesondere im Werkzeug-, Modell- und Formenbau zum Einsatz kommen.

Unternehmensprofil

Präzisionswerkzeughersteller OSG

Marktführer für Schaftwerkzeuge

OSG ist nach eigenen Angaben der weltweit größte Hersteller von Schaftwerkzeugen. Gegründet im Jahr 1938 hat OSG einen langjährigen Ruf als Anbieter von Gesamtlösungen für Schneidwerkzeuge in der gesamten Fertigungsindustrie. Unter dem Dach der deutschen Tochter OSG Germany Holding GmbH finden sich die Marken OSG, Bass, OSG Ex-Cell-O und Wexo Präzisionswerkzeuge. Link zu OSG

Ein wichtiger Faktor in der Kostenkalkulation eines Werkstücks ist der Anteil der Rüstzeiten. Toni Baumann, Anwendungstechniker und Vertriebsmitarbeiter bei Lang Technik, verdeutlichte in seinem Beitrag, wie eine deutliche Rüstzeitreduzierung dank intelligenter Werkstückspannung insbesondere für die 5-Achsbearbeitung aussehen kann. Lang Technik bietet dafür einen sehr breit aufgestellten Spanntechnik-Baukasten.

Live-Demonstrationen und Gelegenheit zum Netzwerken

Mit Live-Demonstrationen auf den Maschinen der OSG-Akademie zeigten Experten von OSG, was mit den richtigen Werkzeugen und Strategien in der Zerspanung möglich ist. Gut angenommen wurde von den Teilnehmern die Möglichkeit für einen Rundgang durch die Produktionshallen - hier ermöglichten die Verantwortlichen bei OSG tiefe Einblicke hinter die Kulissen der Werkzeugfertigung. An den Ständen einer kleinen begleitenden Fachausstellung mit exklusiv ausgewählten Unternehmen konnten sich die Teilnehmer zudem Tipps und Anregungen für ihre eigene tägliche Arbeit holen. Intensive Gespräche der Teilnehmer untereinander rundeten den gelungenen Tag ab. Die nächsten "Conexx Days" wird OSG übrigens im Jahr 2027 ausrichten.

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