Industrial Benchmark Summit Wachsen gegen den Trend: Die neuen Erfolgsrezepte für den industriellen Mittelstand

Von Melanie Krauß 3 min Lesedauer

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Wachsen, wenn andere straucheln: Vier Top-Entscheider diskutieren, mit welchen radikalen und teils unkonventionellen Strategien sich die deutsche Industrie zukunftsfähig aufstellt.

Andreas Keller, Kerstin Hochmüller, Gottfried Sihler und Sven Hofmann (v. l.) disktutieren beim Industrial Benchmark Summit am 29. Oktober die Frage, wie sich deutsche Mittelständer aus der Industrie zukunftsfähig aufstellen können.(Bild:  Südkon Kern Gmbh, Marantec GmbH, Foto Christiane, Falkensteg Holding GmbH & Co. KG)
Andreas Keller, Kerstin Hochmüller, Gottfried Sihler und Sven Hofmann (v. l.) disktutieren beim Industrial Benchmark Summit am 29. Oktober die Frage, wie sich deutsche Mittelständer aus der Industrie zukunftsfähig aufstellen können.
(Bild: Südkon Kern Gmbh, Marantec GmbH, Foto Christiane, Falkensteg Holding GmbH & Co. KG)

Das Zeitalter des isolierten Tüftelns hinter verschlossenen Werkstoren stößt an seine Grenzen. Wer als mittelständisches Industrieunternehmen 2026 nicht nur überleben, sondern wachsen will, muss alte Glaubenssätze über Bord werfen.

Ob durch nie dagewesene Allianzen mit direkten Konkurrenten, die radikale Neuausrichtung auf die Boom-Märkte der Künstlichen Intelligenz oder den harten, strategischen Turnaround: Die Antworten auf die aktuelle Marktphase sind so vielfältig wie profitabel.

Wie genau diese neuen strategischen Ansätze in der Praxis aussehen, ist das Kernthema der hochkarätig besetzten Paneldiskussion „Zukunft made in Germany: Wie können sich deutsche Mittelständler aus der Industrie zukunftsfähig aufstellen?“.

Sie findet am 29. Oktober 2026 im Vogel Convention Center in Würzburg im Rahmen des Industrial Benchmark Summit statt. Unter der Moderation von Benedikt Hofmann, Chefredakteur der MM-Maschinenmarkt-Gruppe, treffen dort vier unternehmerische Realitäten und Lösungswege aufeinander.

Vier Perspektiven auf die Zukunft des Standorts

Den ungeschönten analytischen Blick auf den Markt bringt Sven Hofmann, Partner bei der Sanierungsberatung Falkensteg Restructuring GmbH. Er kennt die Mechanik von Unternehmenskrisen aus der täglichen Praxis und sieht genau, warum aktuell so viele Geschäftsmodelle – insbesondere solche mit starker Abhängigkeit von der Automobilindustrie – in Schieflage geraten.

Auf dem Panel wird er aufzeigen, wo die versteckten Rettungschancen für strauchelnde Fertiger liegen, wie sich durch die Erschließung neuer Branchen Klumpenrisiken auflösen lassen und wie ein strategischer Turnaround rechtzeitig gelingt, bevor der Handlungsspielraum schwindet.

Dass in der aktuellen Marktphase sogar exorbitantes Wachstum möglich ist, beweist Andreas Keller, Geschäftsführer der Südkon Kern GmbH. Der Spezialist für Großteilebearbeitung verzeichnet derzeit ein extremes Wachstum völlig gegen den Branchentrend.

Die Strategie: Ein radikaler Fokus auf schwere, komplexe Bauteile und die frühzeitige Positionierung im boomenden Energie- und KI-Sektor. Angetrieben vom weltweiten Energiehunger der Technologie-Giganten konnte das Unternehmen seinen Umsatz seit der Übernahme im Jahr 2022 vervierfachen. Keller verdeutlicht, dass der Standort Deutschland bei der komplexen Fertigung weiterhin hochgradig wettbewerbsfähig ist – wenn man strategisch den richtigen Markt besetzt.

Einen klassischeren, aber nicht minder entschlossenen Weg geht Gottfried Sihler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arku-Gruppe. Als klassischer "Hidden Champion" und Weltmarktführer für Richtmaschinen reagiert er auf den schrumpfenden Heimatmarkt mit aggressiver Diversifikation.

Sihlers Antwort ist die gezielte internationale Expansion in Wachstumsmärkte wie Indien und Osteuropa sowie die Erschließung neuer Branchen jenseits der Automobilindustrie. Anstatt jedoch die Produktion ins Ausland zu verlagern, setzt er voll auf den heimischen Standort, gepaart mit Innovationen wie KI-gestützten Servicekonzepten.

Den wohl unkonventionellsten Ansatz der Diskussionsrunde vertritt Kerstin Hochmüller, CEO der Marantec GmbH. Sie bricht mit der jahrzehntealten Branchen-Maxime der 100-prozentigen Fertigungstiefe und maximalen Abschottung.

Unter dem Leitbild des „Open Champion“ plädiert sie für radikale Kooperationen – sogar mit direkten Wettbewerbern. Durch geteilte Entwicklungskosten bei Standardkomponenten, gemeinsame Forschungsinitiativen zur Kreislaufwirtschaft und partnerschaftliche Sortimentserweiterungen macht ihr Unternehmen Ressourcen frei, um in echte, differenzierende Innovationen zu investieren.

Ein Blueprint für Entscheider

Die Diskussionsrunde auf dem Industrial Benchmark Summit verspricht damit weit mehr als nur eine Debatte über politische Rahmenbedingungen. Sie liefert Geschäftsführern aus der Fertigung konkrete, erprobte Blueprints für die eigene Strategie 2030.

Die Paneldiskussion findet am 29. Oktober auf dem Industrial Benchmark Summit im Vogel Convention Center in Würzburg statt. Das vollständige Programm sowie Informationen zur Teilnahme finden interessierte Entscheider unter: https://www.industrial-benchmark-summit.de/programm

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