Ifo-Institut: Materialengpässe in der deutschen Wirtschaft nehmen zu

Quelle: Reuters 1 min Lesedauer

Immer mehr Unternehmen in Deutschland klagen trotz der Entspannung im Nahost-Konflikt über Probleme bei der Beschaffung von Vorprodukten.

Bis sich die internationalen Lieferketten wieder vollständig normalisieren, dürfte es laut Ifo-Institut noch einige Zeit dauern.(Bild:  Fotolia RAW - stock.adobe.com)
Bis sich die internationalen Lieferketten wieder vollständig normalisieren, dürfte es laut Ifo-Institut noch einige Zeit dauern.
(Bild: Fotolia RAW - stock.adobe.com)

Im Juni hatten 17,2 Prozent der Betriebe mit Materialengpässen zu kämpfen, wie das Münchner Ifo-Institut zu seiner Umfrage unter Führungskräften mitteilte. Im Mai lag der Anteil noch bei 15,9 Prozent. 

Die Forscher führen das auf den Iran-Krieg zurück. „Die Straße von Hormus ist zwar wieder passierbar, doch die Folgen der Störungen wirken nach“, sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. „Bis zur vollständigen Normalisierung der internationalen Lieferketten dürfte es noch einige Zeit dauern.“

Besonders angespannt bleibt die Situation in der Chemischen Industrie. Dort berichtet fast jedes dritte Unternehmen (29,5 Prozent) von Materialengpässen. Bei den Herstellern von Datenverarbeitungsgeräten sowie elektronischen und optischen Erzeugnissen verschärfte sich die Lage deutlich. Der Anteil stieg hier von 25,5 auf 34,2 Prozent.

Auch bei den Herstellern elektrischer Ausrüstungen nahmen die Engpässe weiter zu: Hier liegt der Anteil der betroffenen Firmen inzwischen bei 27,7 Prozent. Im Maschinenbau blieb die Situation mit 15,6 Prozent nahezu unverändert. In der Automobilindustrie stieg der Anteil deutlich, und zwar von 10,0 auf 15,7 Prozent.

Etwas entspannt hat sich die Lage dagegen bei den Herstellern von Gummi- und Kunststoffwaren. Dort sank der Anteil der Unternehmen mit Materialmangel von 23,7 auf 11,3 Prozent. Die konsumnahen Branchen bleiben von der Mangellage bislang weitgehend verschont. Hersteller der Getränkeindustrie meldeten weiterhin keine Engpässe, betonte das Ifo-Institut.

Die USA und Israel haben Iran am 28. Februar angegriffen. Das führte zu einer wochenlangen Blockade der Straße von Hormus, über die rund ein Fünftel des globalen Ölangebots abgewickelt wird. Gerade bei petrochemischen Vorprodukten können sich Störungen sehr schnell in der gesamten Wertschöpfungskette bemerkbar machen.

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