MapalMit Innovationen die Wettbewerbsfähigkeit stärken
Von
Richard Pergler
3 min Lesedauer
Der Präzisionswerkzeughersteller Mapal hat zu seiner Jahrespressekonferenz an seinen Unternehmenssitz nach Aalen eingeladen. Neben der Geschäftsentwicklung durften die Medienvertreter unter anderem auch einen Blick auf Neuheiten werfen, die der Hersteller auf der AMB präsentieren wird.
Einen ersten Blick auf die AMB-Neuheiten durften Journalisten aus dem gesamten deutschen Sprachraum bei Mapal werfen. Interessante Werkzeuginnovationen undtiefes Knoe-hoe sollen Anwender dabei unterstützen, auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu produzieren.
(Bild: Maschinenmarkt/rw)
In seinem Geschäftsbericht nahm Jochen Kress, geschäftsführender Direktor bei Mapal, Bezug auf die derzeitigen Rahmenbedingungen für die Branche - geopolitische Spannungen, strukturelle Veränderungen in wichtigen Industrien, eine schwache Konjunktur in Europa sowie neue Herausforderungen in den globalen Lieferketten sind wichtige Faktoren, mit denen die Unternehmen derzeit konfrontiert sind.
Tiefgreifende Veränderungen in relevanten Märkten
„Was wir derzeit erleben, ist keine kurzfristige Marktschwäche", betont Kress. „Es sind vielmehr tiefgreifende Veränderungen in vielen für uns relevanten Märkten. Das betrifft wirtschaftliche Rahmenbedingungen ebenso wie technologische Entwicklungen und geopolitische Einflüsse.“ Im Bereich der Präzisionswerkzeuge kommt als zusätzliche Herausforderung ein Engpass bei den Rohstoffen hinzu, insbesondere aufgrund von Exportbeschränkungen und Preissteigerungen bei Hartmetall-Vorprodukten.
Im Geschäftsjahr 2025 erzielte die Mapal-Gruppe einen Umsatz von 514 Millionen Euro- das waren rund sieben Prozent weniger als die 551 Millionen Euro im Vorjahr. Zum Jahresende 2025 beschäftigte die Mapal-Gruppe weltweit rund 4500 Mitarbeiter. „Das Umfeld war anspruchsvoll und bleibt anspruchsvoll§, betonte Kress. „Umso wichtiger ist es, dass wir uns auf die Dinge konzentrieren, die wir selbst beeinflussen können.“
Mehr Transparenz und Effizienz
Mit der Verschmelzung der deutschen Gesellschaften hat Mapal das größte organisatorische Projekt der Unternehmensgeschichte umgesetzt. Die Verantwortlichen haben die Unternehmensgruppe als prozessgesteuerte Organisation mit standardisierten Abläufen, klar definierten Verantwortlichkeiten und Strukturen sowie durchgängigen Prozessen neu ausgerichtet. Das soll für mehr Transparenz, höhere Effizienz und vor allem für mehr Geschwindigkeit sorgen.
Auch bei den Investitionen setzt das Unternehmen seinen langfristigen Kurs fort. Im Geschäftsjahr 2025 investierte die Mapal-Gruppe rund 25 Millionen Euro in Standorte, Produktion, Digitalisierung und Zukunftstechnologien. Für 2026 sind Investitionen in gleicher Höhe geplant.
Bereich Aerospaceauf Höhenflug
Bei den Anwendermärkten hat sich in den vergangenen Jahren insbesondere das Segment Luftfahrt sehr gut entwickelt. So konnte Mapal in den vergangenen zwei Jahren seinen Umsatz im Bereich Aerospace deutlich zweistellig steigern. Damit konnte Mapal sogar weit stärker wachsen als der Markt insgesamt.
Neben den Aktivitäten in etablierten Marktsegmenten stößt Mapal zunehmend auch in weitere industrielle Zukunftsfelder vor und forciert unter anderem Anwendungen im Verteidigungsumfeld oder industrielle Projekte, die mit neu entstandenen Anforderungen an Sicherheit, Infrastruktur und Energieversorgung entstanden sind.
„Nicht jeder Hype wird automatisch zu einem Markt“, betont Kress jedoch. „Wir investieren gezielt dort, wo wir nachhaltige Marktchancen identifiziert haben und einen echten Mehrwert für unsere Anwender schaffen können."
Nach Kress' Einschätzung wird auch das laufende Geschäftsjahr 2026 von herausfordernden Rahmenbedingungen geprägt sein. Die wirtschaftliche Entwicklung in Europa verläuft weiterhin verhalten, geopolitische Unsicherheiten, Veränderungen in den globalen Lieferketten sowie die Situation auf den Rohstoffmärkten prägen die Märkte. Mit innovativen Fertigungslösungen und Produkten will Mapal seine Anwender dabei unterstützen, auch hierzulande zu wettbewerbsfähigen Konditionen produzieren zu können.
CFK-Bohrer können sich selbst schärfen
Zu diesen Lösungen gehören unter anderem neuartige Bohrer für CFK-Bearbeitungen. Damit wollen die Experten Standzeiten und Schnittgeschwindigkeiten bei der Bearbeitung des anspruchsvollen Materials, das vor allem in der Luft- und Raumfahrt eine wichtige Rolle spielt, deutlich erhöhen. Besonderes interessant am neuen Mega-Drill-Composite-MD-EdgePro ist die Fähigkeit des Werkzeugs, sich beim Bohren selbst zu schärfen..
Mapal
Präzisionswerkzeughersteller aus Aalen
Technologiepartner für ambitionierte Anwender
Die Mapal Dr. Kress SE & Co. KG gehört zu den international führenden Anbietern von Präzisionswerkzeugen für die Zerspanung nahezu aller Werkstoffe. Das 1950 gegründete Unternehmen beliefert namhafte Anwender vor allem aus der Automobil- und Luftfahrtindustrie, aber auch aus dem Maschinen- und Anlagenbau sowie dem Werkzeug- und Formenbau. Das Unternehmen versteht sich dabei als Technologiepartner für Anwender, die Mapal bei der Entwicklung effizienter und ressourcenschonender Bearbeitungsprozesse mit individuellen Werkzeugkonzepten unterstützt.
Bei der neuen EdgePro-Baureihe schärfen die Werkzeugexperten die Hauptschneide an der ersten Freifläche per Laser. Das ergibt maximal scharfe Schneide für makellose CFK-Bohrungen ohne Faserausrisse. Mit seinen guten Schnitteigenschaften können Anwender den EdgePro auch für sehr dünnwandige Bauteile einsetzen. Die Schneide erzeugt weniger Schnittdruck und verhindert damit ein Rückfedern und Biegen des Bauteils. Für selbstzentrierendes Anbohren mit hoher Maßhaltigkeit und Positionsgenauigkeit der Bohrung ist die Spitze mit einem 90°-Winkel ausgeführt. Die neuen Bohrwerkzeuge sind im Durchmesserbereich von 3 bis 12 mm erhältlich.
Stand: 08.12.2025
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Stabile Bohrprozesse in großer Tiefe
Die zweiten Generation des Mega-Deep-Drill-Alu ist darauf ausgelegt, die typischen Herausforderungen großer Bohrtiefen – stabile Prozesse, sichere Spanabfuhr und hohe Vorschübe – zuverlässig zu beherrschen. Dazu haben die Exxpertenein neues Gesamtkonzept aus Schneidengeometrie, Kühlung und Schneidstoff entwickelt. Die neuen Werkzeuge sind für ein breites Anwendungsspektrum von Knetlegierungen bis hin zu hochsiliziumhaltigen Gusslegierungen ausgelegt. Die gerade Hauptschneide sorgt für ruhige, vibrationsarme Prozesse und reduziert Ausbrüche sowie Gratbildung. Eine doppelte Ausspitzung und optimierte Spannuten versprechen einen verbesserten Spanabtransport. Vier Führungsfasen stabilisieren die Bohrer und sorgen auch bei hohen Vorschüben für zuverlässige Bearbeitungsbedingungen.
Neu definierte, um 20 Prozent vergrößerte Kühlkanäle bringen mehr Kühlmedium an die Schneide. Das optimiert Verschleißverhalten, Standzeit und Prozessstabilität. Das abgestimmte Schneidstoffkonzept ermöglicht in der unbeschichteten Ausführung mit feinstgeschliffenen Spannuten eine prozesssichere Bearbeitung unterschiedlicher Aluminiumwerkstoffe. Für eine noch gezieltere Anpassung an den Siliziumgehalt der Aluminiumlegierung und die Kühlschmierstoffstrategie stehen zudem zwei konfigurierbare Kopfbeschichtungen zur Verfügung. Der Mega-Deep-Drill-Alu verspricht Vorschübe bis zu 0,4 mm pro Umdrehung und Standwege von bis zu 3,2 Kilometer und steht im Standardprogramm mit Längenausführungen von 15×D bis 40×D und – abhängig von der jeweiligen Länge – Durchmessern von 3 bis 16 mm – zur Verfügung.
Maßgeschneiderte Schneidstoffe
Die erfahrenen Schneidstoffentwickler bei Mapal entwickeln unter anderem Schneidstoffe speziell für die Bearbeitung bestimmter Bauteilen. So ist der neue, unbeschichtete PcBN-Schneidstoff FU240 auf die Anforderungen beim Hartfräsen der Kugellaufbahnen am Outer Race von Antriebsgelenken abgestimmt, der Schneidstoff FU290 entsprechend auf die des Inner Race. Für das Outer Race kommen Vergütungsstähle zum Einsatz, im Inner Race zumeist Einsatzstähle.
Für höhere Standzeiten bei der Bearbeitung von CV-Joints mussten die Experten die optimale Balance zwischen hohem Abrasions- und Diffusionswiderstand bei ausreichender Zähigkeit finden. Parameter für die Entwicklung waren dabei unter anderem der CBN-Gehalt des Schneidstoffs, die Korngrößen und die Zusammensetzung des Binders. Die ersten Ergebnisse belegen eine signifikant erhöhte Standmenge der neuen Schneidstoffe: Verglichen mit den bisher verwendeten brachten die neuen Sorten FU240 und FU290 eine Erhöhung der Standmenge um mehr als 30 Prozent bei Schnittgeschwindigkeiten im Bereich von 180 m/min und einem Zahnvorschub zwischen 0,07 und 0,10 mm.
Vorteile aus zwei Welten
Die neuen Modellen des Uniq Dream Chuck mit 4,5°-Kontur bringen die Hydrodehnspanntechnik nun auch in den Spannbereich von 3 bis 5 mm. Den Anwendern steht damit auch für kleine Werkzeugdurchmesser eine Lösung zur Verfügung, die die Vorteile der Hydrodehnspanntechnik mit der Originalkontur eines Warmschrumpffutters nach DIN 69882-8 verbindet. So wird auch im kleinen Durchmesserbereich der einfache Umstieg auf Hydrodehnspanntechnik ohne Anpassungen am Bearbeitungsprozess oder an bestehenden Störkonturen möglich.
EA-Performance-System
Präzise Werkzeugspannung
Einfache Justierung mit nur noch einer Einstellschraube
Mit dem EA-Performance-System ermöglicht Mapal eine einfache Justierung mit nur noch einer Einstellschraube auch im anspruchsvollen Durchmesserbereich von 10 bis 19 mm. Für höchste Präzisionsanforderungen in kleinen Durchmesserbereichen ist damit nun erstmals eine µm-genaue Einstellung bei einfachem Handling und höchster Prozesssicherheit möglich. Das bedeutet einen minimierten Korrekturaufwand, geringeren Ausschuss und stabile Bearbeitungsprozesse und damit hohe Effizienz. Prädestiniert ist das System etwa für hochpräzisen Pass- und Lagerbohrungen, beispielsweise in Getriebegehäusen, Zylindern oder an Kurbel- und Nockenwellen. Link hier
Die neuen Futter wurden für diesen Bereich konstruktiv eigenständig ausgelegt. Trotz geringer Abmessungen sind Hydrodehn- und Betätigungseinheit so integriert, dass Prozesssicherheit, Bauraum und Funktion im Einklang stehen und gleichzeitig die originale Warmschrumpfkontur nach DIN 69882-8 erhalten bleibt. Dazu haben die Entwickler die Betätigungseinheit im HSK-Bund integriert. So kann der Anwender mit der originalen Warmschrumpfkontur die Vorteile der Hydrodehnspanntechnik nutzen.
Bereit für neue Strategien
Die neue Generation des OptiMill-Tro-Uni passt den Trochoidalfräser noch besser an die Anforderungen moderner Bearbeitungsstrategien an. Im Fokus stehen eine hohe Prozesssicherheit, reproduzierbar stabile Prozesse und ein hohes Zeitspanvolumen. Das trochoidale Fräsen hat sich als effiziente Bearbeitungsstrategie für die Zerspanung etabliert. Charakteristisch sind geringe radiale Eingriffsbreiten bei gleichzeitig großen axialen Zustellungen sowie konstante Eingriffsbedingungen. Dynamischere Maschinen, optimierte CAM-Strategien und steigender Kostendruck erfordern Werkzeuge, die nicht nur unter idealen Bedingungen hohe Leistung erzielen, sondern auch unter realen Einsatzbedingungen reproduzierbar stabile Prozesse gewährleisten. Die neue generation des OptiMill-Tro-Uni setzt diese Anforderungen in einer abgestimmten Kombination aus Werkzeugdesign und anwendungsorientierter Prozesssauslegung um.
Kern der neuen OptiMill-Tro-Uni-Generation ist die veränderte Werkzeuggeometrie. Der je nach Länge angepasste Kerndurchmesser erhöht die Biegebruchfestigkeit insbesondere bei größeren Auskraglängen. Fünf Schneiden ermöglichen eine hohe Vorschubleistung, ohne die Spanabfuhr zu beeinträchtigen. Das erlaubt eine hohe Wirtschaftlichkeit. Angepasste Spiralwinkel sowie eine asymmetrische Schneidenausführung reduzieren Schwingungen und gewährleisten einen ruhigen Lauf. Praxisversuche unter realen Einsatzbedingungen zeigen, dass insbesondere das abgestimmte Zusammenspiel aus Werkzeug und Prozessauslegung entscheidend zur Leistungssteigerung beiträgt.