ZechaInnovative Werkzeugschmiede erfolgreich am Standort Deutschland
Von
Richard Pergler
7 min Lesedauer
In einer Zeit, in der der Standort Deutschland unter hohem Druck steht, setzt der Präzisionswerkzeughersteller Zecha auf Innovation "Made in Germany". Kontinuierliche Forschung und Entwicklung sichern die Zukunft des Unternehmens, das innovative Werkzeuge für die aktuellen Herausforderungen in der Industrie bieten kann.
Stefan Zecha, Geschäftsführer Zecha Hartmetall-Werkzeugfabrikation GmbH: "Unsere Unternehmen brauchen bessere Rahmenbedingungen. Wir brauchen mehr Vertrauen in Unternehmertum. Wir brauchen weniger Bürokratie. Wir brauchen wettbewerbsfähige Energiekosten. Wir brauchen Forschungsförderung, die dort ankommt, wo Innovation tatsächlich entsteht. Und wir brauchen Technologieoffenheit."
(Bild: Maschinenmarkt/rw)
Der Zerspanungswerkzeugspezialist Zecha aus Königsbach-Stein steht als in der Region Nordschwarzwald fest verwurzeltes Familienunternehmen seit mehr als sechs Jahrzehnten für Präzision, technologische Exzellenz und unternehmerische Beständigkeit. Mit dem Einstieg von Yannik Zecha im vergangenen Jahr 2025 übernimmt erstmals die dritte Generation Verantwortung im Familienunternehmen. Als Mitinhaber und Geschäftsführer führt er gemeinsam mit seinem Vater Stefan Zecha die Erfolgsgeschichte des Unternehmens fort.
Qualität und Innovationskraft als Schlüssel zum Erfolg
Die Präzisionswerkzeugindustrie steht derzeit unter erheblichem Druck. So sind etwa die Rohstoffpreise in jüngster Vergangenheit stark gestiegen, insbesondere auch beim für leistungsfähige Tools so wichtigen Hartmetall. Wenn sich indes die Preise für zentrale Ausgangsstoffe derart massiv erhöhen, hat das auch direkte Auswirkungen auf Kostenstrukturen, Lieferketten und Wettbewerbsfähigkeit der Branchenunternehmen. Dazu kommt der internationale Wettbewerb: Unternehmen in anderen Weltregionen, insbesondere in Fernost, haben in vielen Fällen günstigere Kostenstrukturen und bessere Rahmenbedingungen.
Deutsche und europäische Hersteller können diesen Wettbewerb nicht allein über den Preis gewinnen - hier ist nach Aussagen der Verantwortlichen bei Zecha eine Verbesserung in der Qualität, der Standzeit, der Prozesssicherheit, der technischen Beratung und in der Innovationskraft der Schlüssel. Denn gerade wenn Rohstoffe teurer werden, wird die Leistungsfähigkeit eines Werkzeugs noch wichtiger. Denn ein Werkzeug, das länger hält, stabiler läuft und zudem den Ausschuss reduziert, ist am Ende wirtschaftlicher als ein billigeres Werkzeug mit geringerer Performance.
"Der Standort Deutschland wird derzeit von vielen Unternehmen kritisch hinterfragt", bemerkt Stefan Zecha. "Das ist nachvollziehbar. Denn die Belastungen sind real. Energiekosten, Bürokratie, Fachkräftemangel, regulatorische Vorgaben und internationale Wettbewerbsnachteile sind keine theoretischen Diskussionen, sondern unsere tägliche Realität." Trotz aller Widrigkeiten setzt Zecha auf den Standort Deutschland. Deutschland hat seiner Meinung nach weiterhin enorme Stärken: technisches Wissen, industrielle Erfahrung, hohe Ausbildungsqualität, starke mittelständische Unternehmen, Nähe zu anspruchsvollen Anwendern und eine lange Tradition im Maschinenbau und in der Präzisionstechnik.
Bekenntnis zum Standort Deutschland
"Aber diese Stärken müssen gepflegt werden - sie sind kein Selbstläufer", betont Stefan Zecha, der auch Vorsitzender des Fachverbands Präzisionswerkzeuge beim Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) ist. "Wir brauchen bessere Rahmenbedingungen. Wir brauchen mehr Vertrauen in Unternehmertum. Wir brauchen weniger Bürokratie. Wir brauchen wettbewerbsfähige Energiekosten. Wir brauchen Forschungsförderung, die dort ankommt, wo Innovation tatsächlich entsteht. Und wir brauchen Technologieoffenheit. Darüber hinaus darf Industriepolitik nicht darin bestehen, ganze Technologien vorschnell auszuschließen. Sie muss darin bestehen, Innovation zu ermöglichen und industrielle Wertschöpfung zu sichern."
Schlüsselrolle für die Industrie
Die Branche der Präzisionswerkzeughersteller spielt für die Leistungsfähigkeit der industriellen Wertschöpfung eine zentrale Rolle. Denn ohne hochpräzise Zerspanungswerkzeuge lassen sich auch keine hochpräzisen Produkte herstellen. Ohne Mikrowerkzeuge, wie sie Zecha herstellt, gäbe es keine anspruchsvollen Komponenten in der Medizin- und Dentaltechnik, auuch nicht in der Uhrenindustrie, im Werkzeug- und Formenbau, in der Mikrozerspanung, im Maschinenbau oder in vielen weiteren Industriezweigen. Denn überall dort, wo engste Toleranzen im Mikrometerbereich einzuhalten sind, sind hochgenaue Werkzeuge unverzichtbar.
Zecha Hartmetall-Werkzeugfabrikation GmbH
Unternehmensprofil
Innovative Mikrowerkzeuge im Fokus
Mit inzwischen mehr als 60 Jahren Erfahrung hat sich Die Zecha Hartmetall-Werkzeugfabrikation GmbH ist ein Präzisionswerkzeughersteller, der sich auf die Herstellung hochwertiger Mikrowerkzeuge fokussiert. Das Unternehmen verspricht außergewöhnliche Werkzeuglösungen für eine Vielzahl von Branchen - vom Formen- und Werkzeugbau bis zur Medizin- und Dentaltechnik. Dabei setzen die Präzisionswerkzeugexperten auf ein Höchstmaß an Präzision und Konstanz. Link hier
Heute beschäftigt Zecha 133 Mitarbeiter, darunter Ingenieure, Fachkräfte, Spezialisten in Fertigung, Entwicklung, Qualitätssicherung und Vertrieb. Besonders wichtig ist den Verantwortlichen die Ausbildung im Unternehmen. Denn die Zukunft unserer Branche entscheidet sich nicht nur an Maschinen, sondern vor allem an Menschen.
Mikrowerkzeuge im Fokus
Der Fokus bei Zecha liegt auf der Produktion von Mikrowerkzeugen, Fräswerkzeugen und Werkzeuglösungen für die Stanztechnik. Die wichtigsten Anwenderbranchen sind der Formen- und Werkzeugbau, die Dental- und Medizintechnik, der Stanzwerkzeugbau, der Maschinenbau, die Schmuck- und Uhrenindustrie sowie die Mikrozerspanung. Diese Branchen stellen höchste Anforderungen an Präzision, Oberflächengüte, Standzeit, Prozesssicherheit und Wiederholgenauigkeit. Deshalb verstehen sich die Werkzeugspezialisten nicht nur als Hersteller, sondern auch als Entwicklungspartner der Anwender. Denn ein Großteil der Einsatzfälle sind mit Standardlösungen nicht effizient zu beherrschen. Denn oft geht es um neue Materialien, engere Toleranzen, komplexere Geometrien, kleinere Durchmesser, anspruchsvollere Oberflächen oder eine noch wirtschaftlichere Gestaltung der Prozesse.
Stand: 08.12.2025
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Zecha setzt daher auf eine starke Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Die Experten forschen kontinuierlich an neuen Geometrien, neuen Werkzeugkonzepten und anwenderspezifischen Sonderwerkzeuglösungen. Diese Entwicklungsarbeit ist übrigens ein wesentlicher Bestandteil des Geschäftsmodells von Zecha.
Internationale Ausrichtung
Ein zentraler Bestandteil der Strategie bei Zecha ist die internationale Ausrichtung des Unternehmens. So begann bereits Ende der 1990er-Jahre die indisch-deutsche Kooperation mit dem im Großraum Mumbai ansässigen Unternehmen Dagger Master Tools Limited, in das Zecha investierte und das heute als Zecha Precision Tools Limited firmiert. Das Unternehmen mit Sitz in Chhatrapati Sambhajinagar (Aurangabad), das auf höchstpräzise Mikro-Bohrer spezialisiert ist und rund 155 Mitarbeiter beschäftigt, ist heute ein wichtiger Teil der Unternehmensgruppe.
Zecha sieht diese Verbindung ausdrücklich auch als Standortsicherung für Deutschland. Denn dank der internationalen Aufstellung können die Verantwortlichen um Yannik und Stefan Zecha Strukturen schaffen, die es dem Unternehmen erlauben, am Standort Königsbach-Stein weiter in Forschung, Entwicklung und Hochtechnologie zu investieren. Die Zukunft sieht Zecha in einem intelligenten Zusammenspiel starker Standorte.
Das von Zecha 2017 in Berlin gegründete Unternehmen AlienTools hat sich inzwischen zu einer zentralen internationalen Vertriebsplattform entwickelt. Mit der Expansion in die USA und der Gründung von AlienTools USA in Tucson, Arizona, geht Zecha den nächsten konsequenten Schritt auf seinem internationalen Wachstumskurs.
Fordernde technologische Trends
Die technologischen Trends in der Branche orientieren sich unter anderem an neuen Materialien. So müssen etwa optimierte Werkzeugkonzepte für bleifreie Messinglegierungen, Keramiken, ultraharte Schneidstoffe und hybride Werkstoffe entwickelt werden. Diese Materialien bieten Vorteile in der Anwendung, stellen aber gleichzeitig höhere Anforderungen an die Bearbeitung. Auch der zunehmenden Einsatz additiver Fertigung erfordert zur Nachbearbeitung, die viele generative Werkstücke erfordern, spezialisierte Werkzeuge mit angepassten Geometrien, hoher Präzision und hoher Prozesssicherheit.
Darüber hinaus fordert der Trend zur weitgehenden Anforderungen an Automatisierung deutlich stabilere Prozesse. Das bedeutet für die Werkzeuge, dass sie mit immer engeren Toleranzen, hoher Wiederholgenauigkeit und verlässlicher Standzeit punkten müssen. Der damit verbundene Trend zur Digitalisierung der Fertigung erfordert beispielsweise für Rückverfolgbarkeit und Prozessanalyse hohe Transparenz und Reproduzierbarkeit. Zecha begegnet diesen Anforderungen mit seiner vor Jahren eingeführten Lebensnummer-Systematik für seine Hochleistungswerkzeuge.
Ganzheitliche Fertigungslösungen entwickeln
Die aktuelle weltwirtschaftliche Lage macht unternehmerische Planung nicht einfacher. Lieferketten, Rohstoffmärkte, geopolitische Entwicklungen und politische Rahmenbedingungen sind unsicherer geworden. Gerade deshalb setzt der Präzisionswerkzeughersteller mit der Erweiterung des Standorts in Königsbach-Stein um das "Zecha Innovation Center" eine klare Antwort. Das gegenüber dem Headquarter gelegene, umfassend modernisierte Gebäude bündelt zentrale Zukunftsbereiche wie Forschung und Entwicklung, Anwendungstechnik, Produktmanagement sowie einen modernen Multimedia-Schulungsraum für Wissenstransfer und Austausch unter einem Dach. Damit wollen die Verantwortlichen ideale Voraussetzungen für die Entwicklung ganzheitlicher Fertigungslösungen schaffen und zugleich den engen Dialog mit Kunden, Partnern und Mitarbeitern fördern.
Innovation entsteht nicht nur in guten Zeiten. Oft wird sie gerade dann Realität, wenn Märkte sich verändern und neue Antworten notwendig werden. Deshalb entwickelt Zecha kontinuierlich neue Werkzeuglösungen. Der Hersteller arbeitet unter anderem an lasergeschärften Mikrowerkzeugen und erschließt Anwendungen für ultraharte Materialien.
Neue Mikro-PKD-Bohrer
Ein Beispiel für lasergeschärfte Werkzeuge sind die neuen Mikro-PKD-Bohrer Marlin/971P Mikro, die Zecha in Abmessungen zwischen 0,05 und 0,5 Millimetern auf den Markt bringt. Mittels Femtosekundenlasern lassen sich selbst hochharte Materialien wie PKD oder CBN mit höchster Genauigkeit und nahezu ohne thermische Beeinflussung bearbeiten. Während bislang vor allem Vollhartmetallwerkzeuge eingesetzt wurden, eröffnet die neue Lasertechnologie erstmals die wirtschaftliche Bearbeitung von PKD- und CBN-Werkstoffen im Mikrobereich. So können die Experten innovative Werkzeuggeometrien realisieren, die mit klassischen Schleifverfahren nicht herstellbar sind. Denn bei diesem Verfahren ist das Ergebnis nicht mehr von der Geometrie der Schleifscheiben abhängig.
Genau diese Technologie bildet die Grundlage für die Fertigung der neuen Mikro-PKD-Bohrer Marlin/971P Mikro mit Durchmessern bis zu minimal 50 µm. Die lasergenerierten Schneidkonturen ermöglichen reduzierte Schnittkräfte, optimierte Spanführung sowie deutlich höhere Standzeiten im Bohrprozess im Vergleich zu herkömmlichen Vollhartmetallwerkzeugen. Die Werkzeuge kommen unter anderem in der Medizintechnik, Präzisionsmechanik, Halbleiter- sowie Schmuck-/Uhrenindustrie zum Einsatz. Anwendungsbeispiele sind Mikroimplantate, hochpräzise Flusszellen oder komplexe 3D-Konturen in Zirkonoxid. Dank der hohen Maßhaltigkeit und Oberflächengüte eignen sich die Werkzeuge besonders für filigrane Geometrien und hochpräzise Oberflächenbearbeitung.